Dienstag, 29. Januar 2013

Bäume passt auf!

zwischen diesen Beiden ist der Stumpf des Gefällten zu erkennen
Erst vor einer Woche wurde mit einer festlichen Veranstaltung in der Kiezspinne, das 40-jährige Jubiläum des Wohngebietes "Frankfurter Alle Süd" begangen. FAS das sind Menschen, Natur und Architektur. Auch im Blog habe ich darüber berichtet. Positives und weniger Gutes. Letzteres gibt es heute zu vermelden. Am 25.01.2013, weniger als eine Woche nach dem Festakt, wurde schon wieder ein Baum gefällt. Auf dem kleinen Spielplatz zwischen dem langen Haus an der Albert-Hößler-Straße und der Hermann-Gmeiner-Schule, war eine Linde das erste Baumopfer des Jahres. Sie hatte sich zu nah an den Häusern angesiedelt und war zudem das Wagnis eingegangen zu wachsen. Damit sorgte sie sicherlich für Abschattung in manchem Zimmer. 
Daher nochmals eine eindringliche Warnung an alle Stadtbäume: sucht Euch Euren Standplatz nicht in der Nähe von Gebäuden und versucht das Wachstum derartig zu beschränken, dass ihr noch unterhalb der Fenster des Erdgeschosses bleibt! Sich nicht an diese Warnung zu halten, kann tödlich enden.
Sicherlich gab es "gute" Gründe diesen Baum zu fällen und eine amtliche Genehmigung dafür lag bestimmt ebenfalls vor. Über die Gründe (siehe oben) kann ich nur spekulieren. In diesem Fall wird es jedenfalls kaum um die Verkehrssicherungspflicht gegangen sein. Ich gebe jedoch trotz der guten Gründe folgendes zu bedenken:
von ordentlichen Menschen zu einem schönen Stapel aufgeschichtet. Fein getrennt in Ast und Stamm.
Homo sapiens (lat: der weise Mensch) hat vor etwa 40 Jahren in vollem Bewusstsein diesen Baum gepflanzt. Es war bekannt, dass er neben einem Wohnhaus steht, ebenso konnte man sich vorher  darüber informieren, dass Bäume wachsen. Das er Schatten spendet, war vermutlich gar geplant. Lange Zeit haben sich nicht nur die hier lebenden Vögel über den Baum gefreut. Auch vielen Homo sapiens (weisen Menschen) im Haus nebenan, hat das frische Grün und der Gesang der im Baum sitzenden Vögel gefallen. Der Baum hätte ohne größeren Schaden zu verursachen noch weitere Jahre Leben können. Da er aber irgendwie störte, wurde er einfach, wie ein Gegenstand weggeräumt. 
Da der Mensch weise ist, meine Bitte an meine Mitmenschen, seid weise und tolerant gegenüber den Bäumen. Sollte also wieder mal ein Baum zu dicht an einem Haus siedeln wollen, erklärt ihm geduldig die daraus erwachsenden Probleme. Damit schont ihr ein Baumleben und spart Euch den Kummer einen Baum sinnlos töten zu müssen. Und Kummer habt ihr doch dabei. Oder?
Wer meine pro Baum Position für übertrieben hält, möge das tun. Vielleicht aber dennoch einmal überlegen, ob ihm ein Fall bekannt ist, in welchem zu Gunsten eines Baumes entschieden wird. Überall wo ich hinschaue oder hinhöre entscheidet man gegen Bäume, zu Gunsten von Sachwerten oder Planungen für diese. Nicht nur bei Stuttgart 21. Einige Fälle im doppelten Sinn ihrer Bedeutung hatte ich auch schon im Blog genannt. Der Crataegus von Friedenau und die geplante Zufahrt zur neuen Kaisers-Halle sind  solche Beispiele, bei welchen ich sicher bin, dass es bei gutem Willen auch mit den Bäumen gegangen wäre.


Samstag, 26. Januar 2013

Spuren im Schnee

Fuchs?

am 21.Januar und in der Nacht zum 22. schneite es auch in Berlin. So etwa 5 cm Neuschnee fielen auf die wenigen Restbestände. Das erschien mir als eine gute Gelegenheit, nach von Tieren hinterlassenen Spuren im Schnee - Trittsiegeln Ausschau zu halten. Ohne Spektakuläres zu erwarten, es wäre doch gelacht, wenn Fuchs und Eichhörnchen nicht ihre Pfotenabdrücke in der weißen Pracht hinterlassen hätten.

Die Praxis zeigte jedoch, dass es nicht so leicht ist, die Fährten zu lesen und Wildtierspuren von denen der domestizierten Menschen und Hunde zu unterscheiden. Dabei sind Erstere noch am einfachsten zu entdecken - schützen doch diese ihre Hinterpfoten, durch lederne, bzw. aus, diesem Material nachempfundenen Kunststoffen gefertigte Pfotenschoner, Schuhe oder Stiefel genannt. Diese hinterlassen sehr charakteristische große Spuren. Am frühen Morgen entdeckt man unmittelbar neben diese Spuren häufig kleiner kreisrunde Trittsiegel unterschiedlichster Größe. Diese stammen von den  Hunden, welche durch die Menschen, beim morgendlichen sozialen Spaziergang begleitet wurden.
Was ist aber mit den Spuren der Wildtiere? Ganz schwer. Leicht sind nur die Abdrücke von Vogelfüßen zu erkennen. Besonders die Elstern fügen diesem Abdruck noch eine Schwanzspur hinzu. Handabdrücke von Eichhörnchen konnte ich keine finden. Obwohl die Population im FAS recht groß ist. Bei diesem Wetter blieben die Hörnchen offenbar alle im heimatlichen Kobel. 
Möglicherweise habe ich aber eine Spur des Fuchses entdeckt. Typisch geschnürt, also die Pfoten in einer Linie gesetzt, das Trittsiegel oval. Weitere Merkmale - hintere, äußere Zehenballen deutlich hinter den vorderen, inneren sowie parallele Krallen, konnte ich nicht wirklich erkennen. Die Spor war nicht ganz frisch und daher wieder etwas Schnee hinein geraten.
Die zweite Spur hatte ich zuerst für die eines Yeti mit Schuhen gehalten. Bei näherer Prüfung, war es dann doch nur meine eigene. Klappe!


Donnerstag, 24. Januar 2013

Acer pseudoplatanus - Berg-Ahorn (57)


Familie: ACERACEAE
Gattung: Acer



Selbstverständlich gibt es in Lichtenberg auch Berg-Ahorn.  Im FAS stehen mehrere Exemplare. Wie andere Acer gehört dieser zu meinen Lieblingsbäumen. Welches mir hoffentlich von den anderen Bäumen nicht übel genommen wird. Häufig teilen sich die Stämme von Ahornbäumen nach ca. 1 - 3 m geradem Wachstum in starke, auch fast rechtwinklig zum Stamm stehende Äste. Das gibt ihnen ein interessantes und eigenwilliges Aussehen. Es wirkt fast so, als würde der Baum verschiedene Interessenrichtungen verwirklichen wollen. So wird es wohl auch sein - Leben ist individuell. Und nicht nur als Privileg für uns Menschen.

Bergahorn im Herbst
Besonders beim Spitz- und Eschenahorn ist mir das aufgefallen. Das geschieht an hellen Plätzen, an welche so ein Baum ohne Konkurrenz eine Krone bilden kann um möglichst viel Licht zu erhalten. Warum sollte er an solchen Standorten auch Kraft in einen langen Schaft verschwenden? 

Auf der Seite der Bayrischen Landesanstalt für Wald-und Forstwirtschaft ist zu lesen, dass der Bergahorn unseren Vorfahren als heiterer Baum galt, welcher für Ruhe,Gelassenheit und Harmonie stand. Besonders heiter ist da dieser Feld-Ahorn. Das gefällt mir, als der Harmonie bedürftigen Menschen und erklärt möglicherweise meine Zuneigung zu diesem Baum.



Was mir ebenfalls gefällt. Wie ich ist er genügsam was die Standort- (Nahrungs-) ansprüche betrifft und zäh gegenüber der Umwelt. Er wächst überall - an der Küste, auf dem Felsen im Gebirge und in der Stadt.

Sollte ich mir meine nächste Inkarnation auswählen dürfen, könnte ich mir gut vorstellen ein Ahorn werden zu wollen. Als Bergahorn ergäbe sich dann möglicherweise die Möglichkeit, dass aus meinem Holz ein Muskinstrument gefertigt würde. Bis es so weit wäre, dauert es aber noch ein Stück. Der Berg-Ahorn ist mit 500 Jahren Lebenserwartung einer der langlebigsten einheimischen Laubbäume.



Die Blätter des Bergahorn sind 5-lappig, die mittleren drei Lappen sind besonders stark ausgeprägt und etwa von gleicher Größe. Sie wachsen gegenständig und haben etwa handgroße Spreite an ihren langen Stielen. Im Gegensatz zum Spitzahorn sind die Spitzen der Lappen nicht so extrem spitz zulaufend.

Die Nussfrüchte des Berg-Ahorn bilden ungefähr einen rechten Winkel. Interessant ist der Zusammenhang von Namensgebung und Aussehen. Wir erinnern uns: die Ahornblättrige Platane heißt so, weil deren Blätter dem Ahorn ähneln. Und Acer pseudoplatanus heißt so, weil die schuppenförmige, abblätternde Borke der Platane  ähnelt.

Der Saft des Ahorn ist süss - aus Nordamerika kennen wir den Ahorn-Sirup, welcher aus dem Baum der kanadischen Nationalflagge, dem Zucker-Ahorn gewonnen wird. Auch aus dem Berg-Ahorn wurde zu Zeiten unserer Vorväter Zucker gewonnen.

Ein kleiner Winter-Nachtrag. Mit der charakteristischen Schuppenborke, kann man den Baum auch im Winter sehr deutlich von anderen Bäumen unterscheiden.

Erste Veröffentlichung: 27.07.2012


Mittwoch, 23. Januar 2013

Bäume im Winter - Pappel

Pappel? Welche denn? In diesem Beitrag spreche ich vor allem die Schwarz-Pappel und die Kanadische Pappel an. Erstgenannte wird es bei mir im Kiez in reiner Form vermutlich gar nicht geben. Aber was auf dieser Welt ist schon wirklich rein, irgendwie steckt in jedem Lebewesen unterschiedlichstes Genpotential.

Reisigbesen
Eistüte
Die Pappel zeigt sich auch im Winter als ein starker, in den Schultern breiter Baum. Seine Silhouette erinnert mich an eine Eistüte oder einen nach oben gerichteten Reisigbesen. Welches Erscheinungsbild überwiegt hängt davon ab, ob sich der Stamm schon sehr früh, oder erst später teilt. Häufig beginnt das schon sehr weit unten, in etwa 2 m Höhe oder gar darunter. In ihrer Winterkahlheit können Pappeln dann auch wie eine Weihnachtsdekoration wirken.  Hätten wir noch ein Blatt der Pappel zur Verfügung, könnte man auch sagen, dass der Habitus des Baumes einem auf den Stiel gestellten Blatt entspricht.
Erstaunlicherweise ist die Pappel sowohl schnellwüchsig als auch langlebig. Sie sind bei uns im FAS, trotz ihrer relativen Jugend schon zu ihrer Maximalhöhe gewachsen. Einige Exemplare sind 30 m hoch und messen am Stamm mehr als 3 m im Umfang. Das verweist auf eine eher negativ zu bewertendes Erkennungsmerkmal. Wegen ihrer Schnellwüchsigkeit, sind sie im Stadtgebiet die am stärksten beschnittenen Bäume. Wenn also ein Baum nur noch als ein Stamm mit Fragmenten von Ästen zu erkennen ist, handelt es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um eine Pappel. 


Gepflanzt um schnell viel Grün und Schatten zu erhalten und von den undankbaren Menschen dafür mit Brutalschnitt "belohnt".
Aber weiter zur Winter-Erkennung. Die Borke der Pappeln ist längsrissig. Weiter oben am Baum, bzw. an noch nicht so starken Ästen, sind die erhabenen Stellen der aufgerissenen Borke noch glatt und enthalten rautenförmige Korkwarzen - so wie wir sie ganz charakteristisch von der Silber-Pappel kennen.

Samstag, 19. Januar 2013

Bäume im Winter - Esche

In qualifizierten Bestimmungsbüchern befassen sich die Autoren auch mit der Bestimmung von Bäumen im Winter. Dazu werden gern die Knospen herangezogen. Diese sind ebenso charakteristisch für eine Baumart, wie dessen Blätter und Früchte. Für mich und vor allem hier im Kiez, benutze ich dieses Kriterium nur im Ausnahmefall. Das liegt zum großen Teil daran, das die Knospen für mich schwer erreichbar, oben am Baum zu finden sind. Bei der Esche werde ich da aber eine der Ausnahmen machen. Die Knospen von Eschen wachsen in meiner Sichthöhe und sie sind sind außerdem sehr gut von anderen Knospen zu unterscheiden. Vor allem durch ihre tiefschwarze Farbe und die klare geometrische Figur. Dadurch sehen sie aus wie schwarze Edelsteine.

Mittwoch, 16. Januar 2013

40 Jahre botanischer Garten FAS

im Jahr 1973 wurde der botanische Garten Frankfurter Allee Süd eröffnet. Als Rahmen für den Garten und zur Unterbringung des Betreuungspersonals der Gehölze, entstand gleichzeitig ein Wohngebiet für etwa 10.000 Menschen.* Mit allem was dazugehört - Geschäften, gastronomischen Einrichtungen, Schulen, Kindergärten und Spielplätzen. Bereits vorhandenes (Schule, Post, Kirche) wurden mit einbezogen. Für einen botanischen Garten stellt das ein einzigartiges Konzept und großes Experiment dar. Galt es doch zu überprüfen,ob auch der Mensch des technischen Zeitalters, mit der Natur zurecht kommt und ob Mensch und Pflanze auf so engem Raum zusammenleben können. Nach vier Jahrzehnten liegen erste Erfahrungen vor. Diese können selbstverständlich  vorerst nur eine Tendenz zeigen. Denn viele der damals gepflanzten Bäume sind langlebig und es ist abzuwarten wie sich die Bäume im Erwachsenenalter benehmen werden. Hier eine kurze Auswertung. 

zum Spielen bereiter Baum
diese mussten leider erzogen werden

1. Mensch und Pflanze schließen sich auch in der heutigen Zeit nicht grundsätzlich aus. Das kann man getrost so sagen, auch wenn einige der aggressiveren Bäume - vor allem Pappeln, mit der Motorsäge erzogen werden mussten.



2. Besonders jüngere Menschen und bereits größer gewachsene Bäume haben Freundschaften geschlossen. So wurden häufig Kinder beobachtet, welche auf den Bäumen klettern und anderweitig mit ihnen spielen oder sie in Spiele einbeziehen.


3. Diese in der Kindheit festgestellten Bindungen lockern sich im Alter. Wie das auch bei zwischenmenschlichen Beziehungen sein kann. Nur sehr selten kann man Menschen über 18 Jahre beim Spielen oder in Unterhaltung mit Bäumen beobachten.

4. Zunehmende Motorisierung der in das Experiment einbezogenen Menschen beeinflusst das Verhältnis zwischen den Bäumen und den angesiedelten Menschen negativ. Besonders die übertrieben ausgelebte Sexualität mancher Bäume verschmutzt im Frühjahr, zum Ärger der Testpersonen die Autos. Auch wurde Frucht- und Blattabwurf kritisiert.

*Glückwunsch an die Macher des FAS für dieses Musterprojekt der städtebaulichen Entwicklung der DDR-Hauptstadt. Gruß vor allem an die Ureinwohner, also Menschen und Bäume, welche schon seit Ende der 1960er und Anfang der 1970er Jahre hier miteinander leben. Die Leser haben sicherlich bemerkt, dass hier kein botanischer Garten, sondern ein normales Wohngebiet beschrieben wird. Es ist aber auch hinsichtlich der Bepflanzung sehr vielfältig und man kann sich hier wie in einem botanischen Garten fühlen. Auch wenn es die Bäume nicht immer leicht haben. Für uns Menschen kann es hier sehr schön sein. Möge das Zusammenleben vom Gehölz und Mensch noch harmonischer werden und beide Seiten, den anderen als Lebewesen respektieren.

Sonntag, 13. Januar 2013

Bäume im Winter - Eiche


tief gefurcht und klar sichtbare Rosette Das hat
dem Baum sicher viel Kraft gekostet. Das innere der 
Rosette hat 18 cm Durchmesser.
früh knorrt sich, was eine Eiche werden will





















Für den Profi sicherlich kein Problem. Für uns als der Natur ferne Stadtbewohner, im Winter gar nicht so einfach zu erkennen. In meinem Kiez dadurch besonders kompliziert, da selten ein unversehrter Baum zu finden ist, welche uns das "typische" zeigt. Typisch ist sehr vorsichtig anzuwenden, stellt doch jeder Baum ein Individuum dar, welches sich vom Nachbarbaum der gleichen Art unterscheidet. Dazu ist sein Wuchs auch noch vom Standort abhängig. Das Standardproblem im FAS kommt dazu - die Bäume sind alle relativ jung. Bäume welche 300 oder 500 Jahre alt werden können, hatten noch nicht so richtig Zeit ihren Art-typischen Charakter auszubilden. Bei uns Menschen ist das ja so ähnlich. Das betrifft auch die hier betrachtete Quercus robur, die Stil-Eiche. Einer der langlebigen Bäume. Dieser wirkt schon aus der Entfernung knorrig. Starke Äste streben zur Seite sowie aufwärts und sind dabei nicht gerade sondern verdreht. Einen bis weit nach oben in die Krone führenden Stamm gibt es nicht unbedingt. Die Krone wird durch starke Äste gebildet. Mein Beispielbaum ist erst 50 Jahre alt, quasi noch in der Pubertät. Schon darum ist sein Stamm dem gegenüber befindlichen Kindergarten zugeneigt und die Äste in dessen Richtung ausgestreckt. Er fühlt sich manchmal noch als Kind. Auch mit der Knorrigkeit ist es noch nicht so weit her. Manche Linde, Ahorn oder Esche hat ebenfalls zur Seite strebende Äst, welche verdreht wachsen. Wir sollten daher ein wenig näher an den Baum herantreten. Die Borke der Stil-Eiche ist stark und tief gefurcht. Das ist viel stärker ausgeprägt als bei Linde und Spitz-Ahorn. Da wir all diese Bäume hier zur Verfügung haben, lässt sich das gut vergleichen. Wenn wir schon mal ganz dicht am Stamm sind, sehen wir ein weiteres Merkmal, welches ich typisch für die Eiche halte. Alte Überwallungen, also Stellen an welchen der Baum Reparatur- und Sicherungsarbeiten vorgenommen hat, weil Äste aus Lichtmangel abgestorben sind oder durch Baumpfleger entfernt wurden, sehen aus wie eine Rosette. Allerdings nur, wenn die Entfernung  des Astes dicht genug am Stamm erfolgte. Der Schnitt ist offensichtlich sehr fachmännisch ausgeführt worden - d.h. ohne Verletzung des Astkragens.
Wem das alles noch nicht genügt kann ja mal unter den Baum nachsehen, ob sich da noch Blätter finden. Manch Eiche lässt auch noch Blätter hängen.

Donnerstag, 10. Januar 2013

das Märchen vom Igel oder die Dialektik des Laubhaufens

es war einmal. So beginnen Märchen. Was ich hier erzähle, ist eigentlich eher eine Geschichte über Zusammenhänge. Ausgangspunkt meines Gedankenspiels, sind Beobachtungen im Kiez. Als die etwa 2000 Bäume und nicht gezählten Sträucher ihr Laub abwarfen, begannen wenig später, lang geplante menschliche Herbst-Aktivitäten. Diese bestanden vor allem darin, dieses Laub zusammenzufegen und zu Haufen aufzuschichten. Irgendwann, wenn Gevatter Wind sie nicht wieder auseinander getrieben hatte, schaufelten Menschen das Laub dann auf die Ladeflächen von Kleintransportern, um sie zum Kompostieren zu bringen.  Damit entzogen sie es endgültig dem natürlichem Kreislauf, von Werden und Vergehen vor Ort. Hier sollte es eigentlich durch unzählige Kleinstlebewesen wieder zu Nährstoffen für die Bäume aufgearbeitet werden.

Bis zum Wintereinbruch wurde aber nicht alles wegtransportiert. Einige Haufen blieben liegen. Zuerst konnte angenommen werden - dieses geschah Natur-bewusst. Das war ein Irrtum. Es lag letztlich wohl nur am Wintereinbruch, welcher die Humuswegnahme verzögerte. Und hier beginnt nun die Geschichte. Denn auch andere hatten mit den Laubhaufen einen Plan.

Igelquartier?


Es war einmal ein kleiner Igel. Dieser wurde im Kiez "Frankfurter Allee Süd" geboren und verlebte hier eine schöne Kindheit. Wohnung gab es umsonst. Auch zu fressen fand das Igelchen genügend. So konnte er sich mit Schnecken, Würmern und der Rohkost von Früchten, auch einen schönen Winterspeck anfressen. Als es dann zu kühl wurde, suchte sich Freund Igel ein ruhiges geschütztes Plätzchen für den Winter. Dieses war auch schnell gefunden, hatten doch die Menschen mit ihrer Ordnungsliebe, den Bäumen nicht nur das Laub unter den Kronen geklaut, sondern die Laubhaufen an manchen Stellen liegen lassen. "Wie für mich gedacht," meinte der noch lebensunerfahrene Igel und legte sich dort zur Ruhe. Mit dem Bienenfleiß der Menschen hatte er nicht gerechnet. Noch kurz vor Weihnachten wurde sein Winterschlaflaubhaufen aufgeladen und weggebracht.  Mit ihm auch der Igel. Und wenn er nicht gestorben ist, so schäft er noch heute. Aber an einer anderen Stelle.


Ganz zu Ende ist die Geschichte hier noch nicht. Die schon erfahrenen Igel, fragten bei den Menschen nach, ob das wirklich immer so sein muss. Kann man nicht Laubhaufen als Quartier für Igel liegen lassen? Klar kann man so etwas machen. Allerdings müssen die Igel erst einmal beweisen, das es sie hierorts auch gibt. Denn beobachtet hat man bisher noch keine im FAS. Was ja auch logisch klingt: ohne Verstecke für den Winter, kann es ja keine Igel geben. Und ohne Igel, braucht man auch keine Verstecke für sie. Und: wer soll diese schon bemerken. Dafür muss man die Natur lieben und beobachten. Ich befürchte solche Liebhaber gibt es leider zu wenige. Siehe auch hier.

Wer das also liest, hier wohnt und schon einmal einen Igel im Quartier FAS gesehen hat, melde das bitte. Am besten gleich beim zuständigen Umwelt- und Naturschutzamt  Lichtenberg. Das verbessert die Chancen für Igel bei uns. Dann kann sich das Amt nämlich, unter Verweis auf das beobachtete Vorkommen von Igeln.  für die Schaffung von solchen Verstecken stark machen.

Prima wäre es, wenn diese Beobachtung  auch als Kommentar zu diesem Beitrag mitgeteilt würde.

Dienstag, 8. Januar 2013

Bäume im Winter - Trauer-Weide


Wie die Pyramiden-Pappel, ist auch die Trauer-Weide (Salix-alba "tristis") im Winter sofort am Habitus zu erkennen. Eigentlich sogar noch besser als im Sommer. Erst auf den zweiten Blick fällt auf, das etwas fehlt - die Belaubung. Ohne Blätter dominieren die für Salix-alba "Tistis" charakteristischen herab hängenden, gelben Zweige das Aussehen des Baumes. Traurig wirkt der Baum jedoch selbst beim trüben Wetter, welches herrschte als das Foto entstand, nicht auf mich - eher wie eine gerade (Sonntag) morgens dem Bett entstiegene Blondine, welche noch nicht die Zeit fand, sich zu kämmen. Frisch und gut gelaunt! Ich warte bloß noch darauf, dass sie plötzlich mit keckem Schwung die "Mähne" in den Nacken wirft. Sollte ich das beobachten, werde ich selbstverständlich berichten.

Freitag, 4. Januar 2013

Bäume im Winter - Pyramiden-Pappel


Für uns Normalos des technischen Zeitalters, ist es schon während der Vegetationszeit gar nicht so einfach, Bäume zu erkennen und voneinander zu unterscheiden. Obwohl wir dann relativ viele Merkmale zur Verfügung haben. Das Wissen über die Natur scheint für viele Menschen einfach nicht mehr von Bedeutung zu sein. Obwohl es eigentlich wichtig, ja gar überlebenswichtig ist. Aber offenbar nicht mehr, als das Wissen des Einzelnen. Bei der heutigen zivilisatorischen Vernetzung meint man, das kollektive Wissen würde genügen, um der Bedeutung dieser Kenntnisse gerecht zu werden. Auch wenn zu häufig der Eindruck überwiegt, dieses wäre nicht so, weil es nicht adäquat umgesetzt wird. Ich erwähne hier nur die Themen Verkehrssicherungspflicht und Abholzung des Regenwaldes.
Das letzte Mal, als sich die Mehrzahl von uns mit Bäumen befasste, gingen wir noch zur Schule und mussten für den Unterricht als Hausaufgabe ein Herbarium anfertigen. Dafür haben wir zehn verschiedene Blätter gesammelt, gepresst und auf einem Bogen Papier befestigt um sie zu beschriften. Stimmts? 

Im Winter helfen uns allerdings keine Früchte oder Blätter weiter. Trotzdem können wir etliche unserer heimischen Bäume, auch im Winter relativ sicher erkennen. Denken wir mal nach. Was könnte uns da weiterhelfen? 
Bei Birke und Platane ist das ziemlich einfach. Diese erkennen wir sehr sicher an ihrer Rinde. Ein weiterer Baum welcher auch im Winter sehr klar zu identifizieren ist, eröffnet die Reihe der Winter-Erkennungsmerkmale. Es ist die Pyramiden-Pappel, eine spezielle Art der Schwarz-Pappel. Diese erklärt sich sehr deutlich durch ihren Habitus. Schmal, mit eng anliegenden Ästen, sieht sie im Winter kaum anders aus, als im Sommer. Das die Blätter fehlen, fällt eigentlich gar nicht so richtig auf.

Diese drei Grazien haben für mich Modell gestanden. Sie stehen an der der Herman-Gmeiner-Grundschule und sorgen dort für ein wenig Windschutz. Wer genau hinschaut, entdeckt im mittleren Baum das Quartier eines Eichhörnchens.

Diese lockere Folge über Bäume im Winter wird selbstverständlich fortgesetzt.

Dienstag, 1. Januar 2013

das Neue Jahr beginnt mit Müll

Ein FROHES UND GESUNDES NEUES JAHR an die Leser meines Blogs!


mein diesjähriger Neujahrspaziergang durch den Kiez war nicht sehr vergnüglich. Zum ohnehin unangenehmen Eindruck der durch unqualifizierten Beschnitt verstümmelten Bäume, kamen die großen Mengen von Müll. Praktisch alle Straßen, Wege, Grünanlagen und Spielplätze im FAS zeigten sich heute durch Silvestermüll übel verschmutzt. Ist so, nach Silvester. Heute jedoch, in wesentlich stärkerem Umfang als vor einem Jahr. 
Mir ist schon klar, das eine Silvesternacht zwangsläufig zu einer Erhöhung der Menge des herumliegenden Mülls führt. Es wäre sicherlich übertrieben, zu fordern, dass jeder seine abgeschossenen Raketen und die Überreste von Knallkörpern zusammen sucht und entsorgt. Was aber ohne große Mühe möglich wäre, ist die Verpackungen, als Raketenstartplatz benutzte Flaschen und die großen Feuerwerksbatterien gleich wieder mitzunehmen um beim Gang zurück ins Haus in die Müllcontainer zu packen. Im privaten Garten würde das jeder tun oder es wenigstens am Folgetag nachholen. In öffentlichen Anlagen erachtet das aber offenbar kaum jemand als notwendig. Sollte das zufälligerweise jemand lesen und sich davon betroffen fühlen, kann er sich das für das nächste Jahr als guten Vorsatz merken. Vielleicht auch schon in den nächsten Tagen ein wenig wegräumen. Nachbarn, denkt daran, das sind unsere Anlagen und wir wohnen hier. Unsere Kinder und Enkel sind es, welche auf den vermüllten Spielplätzen spielen! Ich werde auch an meine Wohnungsbaugesellschaft herantreten und vorschlagen, nächstes Jahr in den Hauseingängen einen Brief auszuhängen, mit der Bitte, den Abfall (soweit möglich) gleich wieder mitzunehmen. 
Die den Rahmen des Beitrages bildenden Fotos zeigen den Zustand des Spielplatzes vor dem Haus. In Farbe wollte ich das nicht zeigen.