Donnerstag, 28. Februar 2013

die Farbe des Holzes - gelb




Holz ist nicht gleich Holz. Die stützenden Lebensadern verschiedener Gehölze sind so unterschiedlich, wie es auch die Gehölze sind. Struktur, Dichte und Härte sind oft völlig verschieden. Das gilt ebenso für die Farbe des Holzes. Diese überstreicht ein ganzes Spektrum. Von weiß bis hin zu schwarz kann der natürliche Farbton von Holz sein. Bunteste Intarsien lassen sich somit anfertigen, ohne Farbstoffe hinzu zu geben. Heute möchte ich einmal beginnen die Farben der Gehölze im FAS zu zeigen. Als erste Farbe kann ich das Gelb der Berberitze vorstellen. Die Farbe ist tatsächlich so deutlich gelb, wie die einer Zitrone oder eines Briefkastens.
Aufmerksam geworden bin ich auf diese Farbe, Dank gärtnerischer Pflegearbeiten, welche am Kaufhallenplatz stattfanden. Die Stümpfe der abgeschnittenen Sträucher wirken, als wären diese mit gelber Farbe angestrichen worden. Man kann das also auch als Erkennungsmerkmal sehen. Dort, wo gelbe Stümpfe aus dem Boden ragen, befindet sich eine beschnittene Berberitze.
Hervorgerufen wird diese Farbe durch den natürlichen Farbstoff Berberin - früher auch zum Färben von Wolle, Stoffen und Leder benutzt. Im Internet werden auch verschiedene medizinische Anwendungen von Berberin beschreiben. Unter anderem als Antiseptikum und in Medikamenten zum Senken des Blutdrucks und zur Krebsbehandlung. Vielleicht wurde hier gar kein Frevel an natürlichen Nistplätzen von Singvögeln begangen, sondern Ernte von wertvoller Medizin betrieben.


Montag, 25. Februar 2013

Etikettenschwindel ....

Gibt es nicht nur beim gegenwärtigen Pferdefleischskandal.  So heißt es Baumschutz, wenn wir Menschen an Bäumen Äste absägen und Baumkronen einkürzen und Baumschutzverordnungen legen den Rahmen dafür fest. Millionen Jahre überlebten die Bäume, ohne diese menschlichen Pflegemaßnahmen. In Wirklichkeit sind diese eher dafür gedacht, zu regulieren, wie Bäume unserem Lebensumfeld gerecht gemacht werden. Der Baum braucht diese Art Pflege nicht. Und auch im FAS sind die schönsten und wohl auch gesündesten Bäume jene, welche wenig gepflegt sind.
Bereits seit September wird wieder heftig an Bäumen im FAS herum geschnitten. Ob das immer im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen der Baumschutzverordnung geschieht und fachgerecht vorgenommen wird, vermag und will ich nicht beurteilen. Eigentlich sollte ich darauf vertrauen, das es so ist. Aber warum sollte das gerade bei etwas derartig wenig geachtetem, wie einem Baum so korrekt und fachgerecht sein, wenn doch auch korrekter und "fachgerechter" Umgang mit Menschen eher unüblich ist?
Das mir aber vieles an den Baumpflegmaßnahmen nicht gefällt, kann und will ich jedoch aussprechen. Festzustellen ist, dass z.B. Kronen (besonders von Pappeln) in großem Umfang gestutzt werden und dabei viele Äste verschwinden. Deren Umfang war häufig größer als die in der Verordnung genannten 15 cm. Sie trugen reichlich Laub, waren also offenbar auch nicht stark geschädigt.  Bäume welche nicht geschädigt sind, dürfte es ja innerhalb von größeren Wohngebieten wohl kaum geben - selbst wenn ich den Beschnitt nicht als Schädigung bewerte. Aufgefallen ist mir der starke Eingriff in die Kronen besonders rund um den Spielplatz zwischen Frankfurter Allee 132 - 136 und der Kinderbetreuungseinrichtung John-Sieg-Straße. Dort wurden mehrere (9) Pappeln derartig stark ausgelichtet, dass man sie kaum noch wieder erkennt. Jeder der unmittelbar vom Stamm abgehenden starken Äste wurde erheblich gekürzt.

Bäume, zum Kleiderständer zurückgeschnitten.


Möglicherweise wird das damit begründet, Gefährdungen für Kinder auf dem Spielplatz und parkende KFZ vorausschauend zu vermeiden. Das ist löblich. Und offenbar seit Jahren wirksam, denn mir sind keine Meldungen bekannt, dass ein Kind durch herabfallende Äste eines Baumes verletzt oder gar getötet wurde. Noch besser wäre es sicherlich, Bäume größer als 6 m und mit Astumfängen oberhalb 10 cm auf und an Spielplätzen grundsätzlich nicht zuzulassen. (Für Comedy-Schauer: das war jetzt ironisch gemeint)
Ich frage mich allerdings, warum zum Schutze der Kinder der KFZ Verkehr in der Nähe von Spielplätzen, Schulen und anderen Kindereinrichtungen nicht ebenfalls stark beschnitten oder gar untersagt wird. Aber wie mir von zuständiger Stelle, in Bezug zum Baumschutz  mitgeteilt wurde, ist alles eine Frage politischer Entscheidungen. Übersetzt würde ich sagen: ist es bezahlbar und was sagen die potentiellen Wähler dazu. (und das ist nicht ironisch gemeint) Ich erinnere mich an den Aufschrei aus der Autofahrerszene, als über Tempo 30 auf allen Berliner Straßen nachgedacht wurde.
Hinzu kommen selbstverständlich die tatsächlichen Sachzwänge der Zuständigen. Besonders üppig finanziell ausgestattet wird der Bereich nicht sein, jedoch ist die Verkehrssicherheit zu gewährleisten. So sind "Starkpflegungen" zwar eigentlich nicht begründ-, jedoch nachvollziebar. Ein Teufelskreis zu Lasten des schwächsten Teiles der Kette - dem Baum. Und aus dem Schutz des Baumes wird (jedenfalls aus meiner Sicht gesehen) eine Schutz vor dem Baum. Im gewissen Sinne eine Fortsetzung des Kampfes des Menschen gegen die Natur. Welche ohne "Pflege" alles wieder zurückerobern würde, was der Mensch ihr abgerungen hat.

eine der beschnittenen Pappeln. Jeder der vom Stamm ausgehenden Äste wurde stark eingekürzt.


Apropos Aufschrei. Groß war die Empörung, als zur vergangenen Fussball-EM Meldungen über Tötungen von Straßenhunden durch die Medien gingen. Es ist tatsächlich nicht hinnehmbar, Leben zu vernichten, nur um ungestört Veranstaltungen durchführen zu können. Wir Menschen sind da jedoch sehr selektiv beim Einschätzen zu Leben, welches schützenswert ist. Hunde, Katzen und Ziervögel stehen uns da sehr nahe. Wühlmäuse, Ratten oder Maulwürfe ziemlich fern, besonders wenn sie in unserer Nähe tätig werden. Manchmal wollen wir wir auch Kröten schützen. Insekten und andere wirbellose Tiere genießen unseren Schutz selten oder gar nicht.

Als zu schützende Lebewesen überhaupt nicht eingestuft, werden die Pflanzen. Die laufen nicht weg, schreien nicht, wenn man sie verletzt oder tötet. Nicht einmal spielen wollen die mit uns. Es sei denn, wie benutzen Eicheln und Kastanien zum Basteln, schnitzen uns einen Wanderstock oder bauen aus einem Kürbis eine Holloween-Beleuchtung. Sie werden von uns Menschen, eigentlich als so etwas ähnliches, wie manchmal nützliche Gegenstände betrachtet. Wenn dennoch Menschen sich an alten Bäumen anketten, um diese zu schützen, kommt die Polizei, um das Recht zu schützen und trägt die Anketter weg.

Nun muss man, um zu zeigen, dass man Pflanzen auch als Lebewesen akzeptiert, nicht mit Kastanien auf Polizisten werfen oder gar das Essen pflanzlicher Lebensmittel einstellen, kein Papier mehr benutzen, sowie nur noch Möbel von, aus eines natürlichen Todes gestorbenen Bäumen kaufen. Aber ebenso, wie gegenüber Tieren, kann man sich gegenüber Pflanzen respektvoll verhalten.* Dazu gehört eben auch, diese nicht mehr als unbedingt erforderlich, im Wachstum zu behindern und zu beschneiden. Von Pflanzen und deren Photosynthese hängt unser gesamtes Leben ab. Ohne diese wäre die uns bekannte Tierwelt und somit auch wir Menschen erst gar nicht entstanden. Und auch heute liefern sie uns den Sauerstoff zum atmen und die Nahrung. Direkt und indirekt als Nahrung für die Nahrung. Praktisch alles was auf dieser Erde so läuft, läuft nur durch die Pflanzen. Selbst unsere fossilen Brennstoffe, sind Pflanzen.

Sollte das mit dem Respekt nicht so richtig klappen, genügt es als Anfang, einfach einmal ernsthaft darüber nachzudenken - auch wenn es wie Spinnerei klingt.

Zum Abschluss ein Zitat aus einer Amtsantwort: "Effektiver Naturschutz gründet auf der Einsicht jedes Einzelnen". Stimmt. Aber nicht jeder Einzelne entscheidet über Baumpflegearbeiten oder führt solche aus.

Erstveröffentlichung am 20.10.2012. Aus aktuellen Anlässen (Baumpflegemaßnahmen und ein Artikel in der Bezirkszeitung von Bündnis90/die Grünen "Lichtenberger Stachel") habe ich ihn ein wenig überarbeitet und stelle ihn neu ein.

* mit Freude habe ich vernommen, dass auch Papst Franziskus es so sieht, sprach er doch heute davon,   "Achtung zu haben vor jedem Geschöpf Gottes und vor der Umwelt". Dabei betonte er, dass dieses nicht nur Christen angeht. Ich befürchte nur, kaum einer von den Entscheidern wird das auch ernst nehmen und umsetzen. Obwohl er die Verantwortlichen direkt darum bat, Hüter der Umwelt zu sein.

Sonntag, 24. Februar 2013

Bäume im Winter - Kastanie

Auch die Kastanie ist im Winter ziemlich gut, von anderen Bäumen zu unterscheiden. Die Wuchsform ist so ähnlich wie bei der Eiche. Auch die Äste der Kastanie haben einen Hang zur Knorrigkeit. Im Unterschied zur Eiche, ist die Borke des Stammes jedoch schuppig - etwa so wie beim Berg-Ahorn. Den ganz großen Unterschied zu anderen Bäumen im Winter, stellen jedoch die braunen Knospen dar. Diese sind nämlich ungewöhnlich groß und klebrig.
Ich denke, Größe und Farbe der Knospen sind auch auf dem Foto gut zu erkennen. Ebenso wie die Gestaltung der Borke. Das die Knospen glänzen ist ein kleiner Hinweis auf deren feuchte Klebrigkeit.

Den Beitrag will ich gleich einmal mit nutzen, einen Blick auf das Einkaufszentrum an der Mauritiuskirche zu werfen. Direkt vor diesem steht nämlich ein kleiner Kastanienhain - wenn ich diese Gruppe von mehreren Kastanien, einmal so bezeichnen darf.


Donnerstag, 21. Februar 2013

Rhododendron - Rhododendron (122)


Familie: ERICACEAE
Gattung: Rhododendron


Auch diese Gattung von immergrünen Pflanzen fehlt bei uns im botanischen Garten selbstverständlich nicht. Obwohl es ziemlich intensiver Suche bedarf, diese zu finden. Diese Form der Begrünung wird nämlich von Runzelblättrigem Schneeball und Lorbeer-Kirsche dominiert.
Im Winter ist es zudem für mich Laien völlig unmöglich festzustellen, von welcher Art die Rhododendren sind. Vielleicht kann ich das dann im Frühjahr eingrenzen. Dann werden mir die Blüten möglicherweise einen Tip geben. Bis dahin muss dieser Beitrag eben unvollständig  bleiben. Die Blätter des abgelichteten haben eine bis zu 12 cm lange und 5 cm breite Spreite. Diese ist lederartig und auf der Unterseite gelblich gefärbt.

Sonntag, 17. Februar 2013

der aus der Reihe tanzt - ein Crataegus



im Rahmen meiner großen Baumzählung hatte sich herausgestellt, dass der Weißdorn sehr häufig im Kiez vorkommt. Ich halte es für eine weise Entscheidung, diese Bäume im Wohngebiet zu pflanzen. Er ist nützlich für die einheimische Tierwelt, ohne dafür besonders viel Raum zu beanspruchen. Als kleiner, langsam wachsender Baum, dessen maximale Größe auch keine Gefahren für des zivilisierten Menschen liebstes Kind - das Auto herauf beschwören kann, ist er auch von Beschneidungen zur Gewährleistung der Verkehrssicherungspflicht weitestgehend geschützt. Von den gezählten 91 Exemplaren blieb bislang sogar der Baum stehen, welcher vermutlich schon nicht mehr lebt - jedenfalls trug er im vergangenen Jahr kein Laub. 

Einer der Bäume verhält sich abweichend von den anderen. Während diese nämlich, an geradem Stamm eine "ordentliche" Krone wachsen lassen, treibt der Abweichler noch weitere Nebenstämme aus - verhält sich also wie ein Strauch. Ich vermute mal, er möchte eigentlich kein Baum, sondern viel lieber Strauch sein und lebt dieses aus. Möglicherweise will er aber auch nur den guten Standort ausnutzen und hat daher zusätzliche Photosyntheseflächen angelegt. Steht der Kleine doch unmittelbar an der Südwand eines Hauses. Er bekommt also Licht von allen Seiten und wird außerdem vor dem kalten Nordwind geschützt. Oder ist die Angelegenheit noch komplexer? Die meisten Dinge im Leben sind ohnehin nicht eindimensional zu erklären.

Der exzellente Standort hat sich gelohnt. Von allen Crataegen im FAS ist unser Baum (gemeinsam mit dem Strauch daneben) der erste Blühende. Bereits am 8.5.2012 zeigt er uns diese. An den weißen Blüten im unteren, dem "Strauchteil"  ist deutlich ist erkennbar, das es ein eingriffliger Weißdorn ist.

Wirklich?

Nur einen Tag später zeigten sich die ersten Blüten an den Zweigen der Baumkrone. Überraschenderweise sind diese aber nicht weiß, sondern rot. Bei genauem Hinschauen ist zudem feststellbar, das die Blüten 2 Griffel haben. Nanu, was geht hier denn vor?

Offensichtlich stammt dieser Baum aus einer Baumschule und wurde "veredelt". Auf eine Unterlage von Crataegus monogyna (eingriffliger Weißdorn) wurde eine rotblühende Form von Crataegus laevigata (zweigriffliger Weißdorn) aufgepfropft. Unserem aus der Reihe tanzendem Baum hat das so nicht gefallen, so treibt er einfach von unten das ursprüngliche Wesen wieder aus. Mir sehr zur Freude, da mir Lebewesen mit einer originären Meinung gefallen und der Baum dadurch ein Buntblüher ist. Rot-Weiß.
Im nebenstehenden Foto können wir die beiden Blütenformen erkennen. Aber auch die verschiedenen Blätter von Crataegus monogyna (die tief gelappten) und Crataegus laevigata (nur wenig gelappt, über den roten Blüten) sind deutlich sichtbar.

Donnerstag, 14. Februar 2013

Sträucher im Winter - Bleibusch

Damit es keine Proteste von den kleineren Gehölzen gibt. Diese sind von der Zahl her sicherlich in der Mehrheit, werden aber nur beim Beschnitt bevorzugt behandelt. Bei der Erkennung macht es mir der Bleibusch auch im Winter sehr einfach. Die in auffälligen "Kolben" stehenden Früchte zeigen es ganz deutlich.
Wie kleine Nüsse, hängen die Hülsenfrüchte, zweireihig und dicht nebeneinander. Sie enthalten jeweils einen einzigen Samen.


Und da ich es schon mit der Bevorzugung angesprochen hatte. Hier noch ein Bild von solch einer Beschnittschneise.

Montag, 11. Februar 2013

Neues von der Lauschgruppe

gern würde ich wieder einmal über etwas Schönes und Neues berichten. Oder wenigstens über etwas Schönes. Im Moment gibt es leider wieder mal nur Neues - und zwar Unschönes. Bei den lauschenden Bäumen konnte ich noch mitteilen, dass sich die Acer darauf geeinigt hatten, Tilia weiterhin in ihrer Mitte zu dulden. Wie so häufig im Leben, wurde jedoch die Meinung der unmittelbar Beteiligten nicht berücksichtigt. Menschen haben am 5.2.2013, die kleine Linde einfach aus dem Kreis heraus gesägt. Ein am Rande stehender Freund der Gruppe wurde gleich mit entfernt. Auch dieses Mal kann ich die Ursache für diesen Eingriff nur vermuten. Vielleicht wuchsen die zwei illegal an diesem Ort, waren nicht von Menschenhand gepflanzt und statistisch nicht erfasst. Möglicherweise gilt auch nur große Veränderung und ein großer Haufen geschredderten Biomaterials, als Zeichen von ausreichend Pflegearbeiten. Wenn der Auftraggeber viel Geld für die Pflege bezahlt, soll er dafür auch etwas geboten bekommen. Und viel vorzuweisende Arbeitsaufgaben sichern Arbeitsplätze. Aber eventuell werden hier bereits vorbereitende Arbeiten für die Kaufhallen Zufahrt vorgenommen. Ich, mit meinen geringer Kenntnissen von Natur und Garten bildnerischen Arbeiten in der modernen Kulturlandschaft der Großstadt, kann das sicher nur nicht richtig erkennen und einordnen.


Die im Frühjahr erwachenden Ahorn werden sich wundern und so wie ich, vergeblich auf eine Antwort zum "warum?" warten. Im Bild, die Stümpfe der beiden Hauptopfer. Denn weitere heranwachsende und Sträucher wurden bepflegt.

Donnerstag, 7. Februar 2013

Bäume im Winter - Spitz-Ahorn



Der Spitz-Ahorn im FAS ist für mich aus der Ferne durch seinen Habitus und aus der Nähe durch die Borke auch im Winter erkennbar und von anderen Bäumen zu unterscheiden. Schon weit unten am Stamm wachsen starke Äste schräg nach oben. Diese Richtung des Wachstums behalten sie auch bei. Das geschieht jedoch nicht so verdreht, wie wir es bei der Eiche gesehen haben. Ein deutlicher Unterschied zur Eiche zeigt sich auch bei Betrachtung der Borke. Diese ist ebenfalls längsrissig aber mit weniger "Profiltiefe" und insgesamt filigraner. Oft entsteht dabei ein Rautenmuster. Die Farbe des Stammes ist braun. Als Erkennungshilfe hängen auch im Winter noch einige der Flügelfrüchte am Baum. Danke, Ahorn! 

Montag, 4. Februar 2013

Bäume im Winter - Linde


Die Linden im FAS machen mir es sehr leicht, sie auch im Winter zu erkennen. Das liegt vor allem an der Anmutigkeit des Schwunges ihrer Äste. Diese beschreiben nämlich in ihrer Form eine Parabel. Etwa so, als würde man mit einem Wasserschlauch schräg in die Höhe spritzen. Nach dem Erreichen des höchsten Punktes fällt die Kurve wieder steil ab. Wenn man sich solchen Ast genauer betrachtet, kann man aber auch an die Frisur einer jungen Frau* denken - denn am Ende des Astes schwingen diese noch einmal in die Höhe. Ich hoffe mal, das mir dieser Vergleich nicht als Sexismus angerechnet wird. 

Insgesamt ist der junge Baum in seiner Kontur spitz bis eiförmig. Bei älteren und frei stehenden Bäumen ähnelt die Form des Baumes dann fast dem Blatt der Linde. Ein weiteres Merkmal der Linden besteht darin, dass viele der Flügelfrüchte auch im Winter noch an den Bäumen hängen bleiben. Der links abgebildete Baum ist im übrigen ein Schwesterbaum des im Beitrag vom 29.1. betrachteten Opfers einer Baumfällung





















Mit ein wenig Phantasie, erkennen wir auf dem Foto rechts, die herzförmige Kontur eines Lindenblattes.


* bewusst habe ich hier junge Frau, nicht etwa Mädchen geschrieben. Denn das könnte ja als noch schlimmer bevorurteilt werden, als Sexismus. Siehe dazu auch meine Bildunterschrift in diesem Beitrag.

Freitag, 1. Februar 2013

Stabilitätskriterien



Das Wetter treibt es ganz schön wild. Innerhalb weniger Tage wechselten die Temperaturen von zweistelligen Frostgraden in den zweistelligen Wärmebereich. Am Morgen des 31.Januar blies dazu auch in Berlin ein heftiger Wind. Bis 90 Stundenkilometer schnell, fegte der Sturm aus südwestlicher Richtung durch die Stadt. Die Bäume im FAS haben diese günstige Gelegenheit genutzt, um einige trockene Äste und Zweige abzulegen. Ansonsten hat es den Bäumen nichts ausgemacht. Es ist ganz erstaunlich zu beobachten, wie stabil die Technik der Natur konstruiert ist. Die vertrockneten braunen Blätter an manchen Eichen sind trotz der stürmischen Verhältnisse an den Bäumen geblieben, ebenso die Früchte an Linden und Ahorn. Ganz einfach, weil die Bäume entschieden haben, dass es zum Abwurf noch nicht die richtige Zeit ist. 

Auch die vielen Vogelnester und Kobel der Eichhörnchen haben offensichtlich keinen Schaden genommen. Fest und stabil hängen sie zwischen den Ästen der Bäume. Im Gegensatz dazu, melden die Medien, dass der Wind am (neuen) Dach des Bahnhofs Ostkreuz Teile gelockert hatte. Diese fielen dann ab. Es gibt noch viel zu lernen. Bis dahin befassen wir uns damit, unter dem Label Baumschutz und begründet, als Gewährleistung  der Verkehrssicherungspflicht, an gesunden Bäumen, starke Äste abzusägen. In der Annahme, die Natur ist ähnlich fehlerhaft wie manche unserer Planungen und Bauausführungen.