Sonntag, 30. Juni 2013

Spiraea x arguta - Braut-Spiere (134)

Familie: ROSACEAE
Gattung: Spiraea 


Es ist wirklich ganz erstaunlich, dass der erste Vertreter der Spiersträucher erst nach einem Jahr BGFAS vorgestellt wird - ist er doch nicht nur hier im Kiez ein sehr gern angepflanzter Strauch. Er ist winterhart und häufig als Hecke zu sehen. Die Blätter wachsen wechselständig und haben bei Spiraea x arguta ein lanzlettliche Form. 
Das Auffallende an diesem Hybrid der Frühlings-Spiere sind die in lange Rispen hängenden leuchtend weißen Blüten. Der deutsche Trivialname verwundert da nicht. Ein zweiter, auf das weiß der Blüten und dem bogigem Überhang anspielender Name lautet Schneespiere. Diesen Namen will aber nach dem langen Winter sicherlich niemand hören.







Donnerstag, 27. Juni 2013

Snowden in Honkong, Schnee im Juni



Während der Whistleblower Edward Snowden geheime Informationen öffentlich macht, bleibe ich dabei, offensichtliches  geheimnisvoll zu machen. Auf den ersten Blick wirkt das tatsächlich so, als wäre noch einmal Schnee gefallen. Die Fotos entstanden aber am 8. und dem 9.Juni (dem Tag an welchem E. Snowden sich in Honkong outete) diesen Jahres bei 20 Grad Celsius. Die Schirmflieger unter den Samen sind jetzt unterwegs. Viele kleine weiße Fallschirme und Flocken transportieren Samen durch die Lüfte und landen dann auf den Rasenflächen und Straßen. Besonders gut zu betrachten ist der Juni-Schnee im Nordwestteil des BGFAS. Da liegen die Schirme oft mehrere Zentimeter hoch.  
Wir kennen diese Schirmchen von der "Pusteblume", dem Löwenzahn. 


Aber auch viele größere Pflanzen, so auch Bäume bedienen sich dieser Transporttechnologie. Die Strategie dieser Pflanzen lohnt sich. Unter Ausnutzung des Windes, können sie ihre Art gut verbreiten. Dabei überwinden sie viel Kilometer.

Es muss also gar nicht sein, das die Samen aus dem BGFAS stammen. Da der Wind in den letzten Tagen stabil aus nordwestlichen bis nordöstlichen Richtungen wehte, könnten die Samenspender also durchaus aus irgendwo von den Höhen des Barnim stammen. 
Hauptverursacher der dicken weißen Schicht hier im BGFAS sind aber bestimmt, die Samen der Pappeln  des Wohngebietes. Der sogenannte Pappelflaum. Er wird durch den Nordwind verwirbelt und kommt dann von Süden und Westen angeflogen.
Der Pappelflaum wird auch industriell genutzt. Zum Beispiel für hochwertige Pappelflaumdecken, welche beson-ders gut für Allergiker geeignet sein sollen. Wenn ich mal im  Lotto gewinne, schaffe ich mir solche an.


Montag, 24. Juni 2013

Crataegus monogyna - Eingriffliger Weißdorn (133)

Familie: ROSACEAE
Gattung: Crataegus

Von den ungefähr 100 Crataegi im FAS gehören sicherlich etwa 3/4 zur zweigriffligen Art. Diese tauchen im Kiez als Rotdorn auf. Elfeinhalb Exemplaren haben sich aber als Eingriffliger Weißdorn zu erkennen gegeben. Diese sind zugleich auch tatsächlich weiß blühend. Einer dieser Weißdorne steht als großer Strauch auf dem Gelände der Mauritius-Kirche, der halbe Weißdorn ist ein Teil des Unterbaus des schon vorgestellten aus der Reihe Tänzers. Ein Dritter steht als kleiner Strauch unmittelbar neben diesem. Auch die anderen Eingriffligen sind Sträucher. Die Blätter von eingriffligem Weißdorn sind sehr stark gelappt. Und sie haben deutlich sichtbare Nebenblätter. Über die Bedeutung des Weißdorns für die heimische Tierwelt hatte ich beim zweigriffligen Kollegen bereits berichtet.


Bei den eingriffligen Exemplaren im Kiez, scheint es sich im Gegensatz zu den vielen Rotdorn, nicht um gärtnerisch "veredelte", sondern naturnahe Exemplare zu handeln. Was aber nur meine Vermutung ist.


Blüten in mehreren Entfaltungsphasen. Deutlich zu 

erkennen ist der eine Griffel.
Das typische Blatt von Crataegus monogyna.

Sehr tief gelappt. Dabei teilweise bis an 

den Blattstiel eingeschnitten. Bis zu sieben Lappen.

Sehr schön sind die Nebenblätter zu erkennen.













Donnerstag, 20. Juni 2013

Tornado über dem BGFAS?

In weiten Teilen Deutschlands gab in letzter Zeit sehr heftigen und lang andauernden Regen. Der führte zu Überschwemmungen, mit vielerorts katastrophalen Folgen, für die dort lebenden Menschen. Man kann nur hoffen, das dort schnell wieder Ordnung geschaffen wird. Vor allem müssen alle erforderlichen Maßnahmen eingeleitet werden, solche Folgen in Zukunft möglichst auszuschließen. Mehr will ich dazu hier nicht sagen - Medien und Internet sind voll mit Kommentaren und klugen Worten.
An Berlin und dem BGFAS ging der Kelch vorbei, um hier mal die Bibel zu zitieren. Irgendwie befanden wir uns über mehrere Tage an einer Wetterscheide. Besonders in der Zeit vom 2. zum 3. Juni führte dieses zu starken Wind. Dieser wehte aus nördlicher bis nordnordwestlicher Richtung, mit bis zu etwa 50 Stundenkilometern Geschwindigkeit. Das ist eine Windstärke zwischen 6 und 7. Bäume nehmen diese Gelegenheit gern wahr, um alte Äste loszuwerden. So lagen dann auch überall im Wohngebiet Äste und Zweige herum, wobei sich die Pappel besonders lebhaft an dieser Entsorgung beteiligte. 
Mit diesem Wind zwischen stark und steif lässt sich aber der Vorgang in einem speziellen Areal nicht erklären. Dort ist mir bereits mehrfach aufgefallen, dass Pappeln Äste abwerfen, welche größer sind, als der Wind vermuten ließe. Diesmal wurden scheinbar völlig gesunde Äste mit bis zu 20 cm Durchmesser abgehebelt. Ich vermute einmal, das die Bebauung hier spezielle Effekte erzeugt und somit die Kraft des Windes verstärkt. Denn auch die betroffenen Bäume wurden fleißig gepflegt und besägt.


Betroffen ist das Areal hinter den Häusern Schulze-Boysen-Straße 21 bis 33. Mit den dazwischen gebauten WBS70 Blöcken, scheint sich da eine Art Windfang zu bilden, welcher im Süden durch das Niedrigenergie-Hochhaus begrenzt wird. Die Richtung dieses Kamins verläuft fast exakt in der genannten Windrichtung.



Nun könnte man sagen, es wäre gut, dort die gefährlichen Bäume zu beseitigen, um damit auch Gefährdungen auszuschließen. Ich halte das für weniger gut, denn der Wind bleibt und die Bäume brechen ihn ja wenigstens ein wenig. Besser wäre es sicher, durch gezielte Bepflanzung oder Bebauung diesen Brechungseffekt zu verstärken. Probleme beseitigt man nicht, in dem man gegen die Opfer der Probleme vorgeht. Häufig ist das sogar kontraproduktiv. Fachleute sollten das doch berechnen können. 


Sonntag, 16. Juni 2013

Deutzia gracilis - zierliche Deutzie (132)

Familie: HYDRANGEACEAE
Gattung: Deutzia






















Der kleine Strauch stammt aus Japan. Er ist, dem deutschen Namen entsprechend nicht groß und soll nur 1 1/2 m hoch werden. Mein Exemplar hinter dem langen Block in der Albert-Hößler-Straße ist noch kleiner.

Die schönen Blüten stehen in Rispen zu etwa einem Dutzend mit je 5 weißen Blütenblättern. Diese laufen in einem spitzen Zipfel aus. Der Durchmesser einer solchen Blüte beträgt geschätzt etwa 20 bis 25 mm.
Wenn ich mir jetzt im nachhinein das Bild der Pflanze betrachte, wirken die Blüten auf mich, wie kunstvoll aber eben künstlich und nicht natürlich entstanden. Die Blütenblätter sind wie geprägt und sehen aus wie in eine grüne Halterung gesteckt.


Donnerstag, 13. Juni 2013

Biodiversität und andere Modewörter ...

(fast) ein jeder, sich mit Natur und Umwelt befasste Mensch, führt heutzutage den Begriff Biodiversität im Munde. Wenn ich mir da so manches anhöre und lese, werde ich allerdings den Eindruck nicht los, dass hier sehr viel Unterschiedliches gemeint ist. Ebenso wie beim Wort der Nachhaltigkeit - welches positiv besetzt suggeriert, hier würde etwas Gutes für die Natur getan und bewirkt. Wo es doch eigentlich primär um die Erhaltung der Ausbeutungsfähigkeit der Natur und seiner Ressourcen geht. Das dadurch, der Natur ähnliche Bedingungen entstehen, welche für manch Leben nützlich sind, ist eher ein Nebeneffekt. Damit will ich dem "Erfinder" der Nachhaltigkeit, Hans Carl von Carlowitz kein Unrecht tun. Denn zu seiner Zeit, als Kahlschlag üblich war, stellte die Organisation der beständigen Nutzung von Holzreserven des Waldes, einen nachgerade revolutionären Fortschritt dar. Wohl nur deshalb, haben wir noch so große, mit Bäumen bestandene Flächen in Deutschland. Wie es ohne diese Nachhaltigkeit aussehen könnte, ist in manch beliebtem Urlaubsland zu besichtigen!
Biodiversität oder - um es in deutscher Zunge zu sagen, "biologische Vielfalt", meint den Schutz und die Erhaltung der biologischen Vielfalt von verschiedenen Ökosystemen, verschiedenen Arten und auch die genetische Vielfalt von Arten. Dafür gibt es gar ein UNO-Vertragswerk. 
Ich sehe das vor allem lokal. Biologische Vielfalt bedeutet für mich den Erhalt und täglichen Schutz unserer heimischen Natur, deren Arten und der Individuellen Vielfalt innerhalb der Arten.



das Markierte zeigt kein besonderes Kraut, sondern den Kampf eines ehemaligen Strauches


In meinem Arboretum kann ich selbstverständlich kein natürliches Ökosystem erhalten. Einfach darum, weil es keines ist. Schon das größere natürliche Ökosystem Wald gibt es in Deutschland eigentlich gar nicht mehr. Wir verfügen zumeist nur über große, mit Bäumen bestandene Flächen, welche in etwa so, wie Wald aussehen und funktionieren. 
Mit der Grünheit eines Großstadt-Wohngebietes haben wir nur eine grobe Kaschierung der durch Städte vollständig zerstörten Natur und Ökosysteme. Wir bilden uns ein, durch einen Park oder einige vor dem Haus stehende Bäume, Natur um uns zu haben. Unsere städtischen Lebensräume sind doch nichts weiter, als ein Denkmal großflächig platt gemachter Natur, getarnt durch Ausdrucksformen der Natur! So etwas ist jedoch allemal besser, als Nurstadt ohne Grün. Auch dieses ist zu schützen, zu bewah-ren. Denn der Park und der Straßen-baum sind wichtig für unser Wohlbefinden und die Umwelt. 



Hier rudere ich etwas zurück in meiner Pauschalisierung und präsesiere: kleine Ökösysteme existieren natürlich selbst in der Stadtnatur. Auch wenn diese nicht natürlich entstanden.
Ich persönlich bin froh, dass es bei mir in der Gegend, trotz Stadt sehr viel Grün existiert, auch wenn ich deren Überpflegung manchmal kritisiere.

Ein botanischer Garten ist so etwas, wie ein Zoo der Pflanzen. Also eine Sammlung und zu Schau Stellung von Lebewesen, welche nicht unbedingt heimisch sein müssen (Ich weiß: Zoologische und Botanische Gärten sind zugleich auch Forschungsstätten und Orte der Artenerhaltung). 
Mein botanischer Garten zeigt etwa ein anderthalbes Hundert verschiedenster Gehölze aus fast aller Welt. Der größte Teil der Fläche ist jedoch von heimischen Gehölzen besetzt. Bei den Bäumen sind das Ahorn, Pappel, Linde und Weißdorn. Hier tummeln sich Lebewesen in der Erde, über der Erde und in der Luft.

In einem gesunden Boden leben je Kubikdezimeter etwa 500 Lebewesen. In dieser Zahl sind nur jene aufgeführt, welche mit bloßem Auge oder einer Lupe sichtbar sind. Also Regenwürmer, Asseln, Spinnen, Springschwänze, Milben und Co. Fadenwürmer und Mikroorganismen sind in dieser Zahl nicht enthalten. Diese messen nämlich Milliarden!
Für die Erde im FAS befürchte ich - ohne es durch Daten belegen zu können, dass deren biologische Vielfalt deutlich zu niedrig ist. Dafür sind die allgemeinen Bedingungen einfach zu schlecht. Der Boden ist hochverdichtet und künstlich versiegelt. Normale Bedingungen für die dortigen Lebewesen nicht im entferntesten gegeben. Für die Existenz vieler Lebewesen erforderliche organische Substanzen werden von uns Menschen beseitigt, indem wir jedes Jahr das Laub wegräumen.
Wenn der Boden nicht richtig lebt und funktioniert, ist das nicht nur ein Handicap für die Bodenlebewesen, sondern auch für die im Boden wurzelnden Gehölze. Die Sträucher und Bäume leben in Symbiose mit verschiedenen anderen Lebewesen, z.B. Pilzen, welche den Wurzeln helfen Nährstoffe aufzunehmen. 
Zum Lebensraum Luft nur soviel: wenn wir Brutplätze für Vögel zerstören, indem wir Sträucher bis zum Grund abschneiden, Bäume fällen oder Äste entfernen, ist es nachvollziehbar, dass dieses nicht gut für die heimische Vogelwelt ist. Übrigens: das man "störende" oder "gefährdende" Bäume und Äste amtlicherseits beseitigen lässt ist zu sehen. Mir ist bislang aber noch nicht aufgefallen, das Kraftfahrer aufgefordert wurden, ihre KFZ nicht auf Baumscheiben abzustellen. Obwohl solches Parken nicht erlaubt ist. Aber hier geht es ja nur um Bäume.

Sonntag, 9. Juni 2013

Betula pubescens - Moor-Bike (131)

Familie: BETULACEAE
Gattung: Betula


Die dritte vorgestellte und hier im FAS lebende Birke, die zweite der heimischen Birken. Die Moor-Birke ist in ihren Standortansprüchen noch anspruchsloser als die Hänge-Birke. Bei meinen FAS-Exemplaren bin ich nicht sicher, wieviel Moor-Birke in ihnen steckt. Die schöne Betula neigt zur Bastardisierung, wie die Biologen sagen, wenn pflanzliches Leben gern fremd geht. So kann man also annehmen, das in jeder  bei uns wachsenden Moor-Birke auch etwas Hänge-Birke steckt. Von dem im Bild vorgestellten Baum behaupte ich einfach, es steckte mehr pubescens als pendula drin.

Auch der Lichtbaum Betula pubescens (wie kam Linné auf diesen Namen? Wenn ich das richtig übersetze, heißt das pubertierend!) schützt sich mit einer weißen Ringelrinde gegen Sonnenbrand. Im Gegensatz zu Betula pendula, wird diese nicht rissig und borkig. 

Birken sind große Pollenfabriken und lösen damit bei empfindlichen Menschen, die bei der Pharmaindustrie sicher beliebten Allergien aus. Diese Pollen sind federleicht, sollen sie doch vom Wind transportiert werden. Ich habe gelesen, dass sie bei günstigem Flugwetter 2000 km schaffen. Also von Berlin bis Moskau! Als Freund der Bäume, hatte ich keine allergische Reaktion auf die Pollen. Danke, liebe Bäume! Es ist aber sicher normal, dass man auf Freunde nicht allergisch reagiert.
Junge Zweige und die Blätter sind bei der Moor-Birke behaart. Ich hoffe, man kann dieses auf dem Foto in den Achseln der Nerven erkennen. 



Mittwoch, 5. Juni 2013

Jubiläum des BGFAS - Treffen im Katzen-Wäldchen

Ideen gesucht, Anwohner befragt

Das hat doch prima geklappt! Zu einem fand das Nachbarschaftsfest etwa zum ersten Geburtstag meines Blogs zum BGFAS* statt und außerdem, stand es bei uns unter einem passendem Motto. Die Gestaltung des "Katzenwäldchens" am Ostende des FAS. 
Wegen der ungünstigen Wetter-prognosen, hatte ich heute morgen die Bäume noch um gutes Wetter gebeten. Und tatsächlich begann die Veranstaltung bei Sonnenschein, welcher auch fast bis zum Ende durchhielt. Dann kam es doch wieder zu einem heftigen Regen. Ich hatte mir das schon gedacht und war vorher gegangen. Wurde doch tatsächlich inmitten der Ahorn, Pappeln, Platanen, Birken und Kastanien auch über Möglichkeiten und Notwendigkeiten von Baumfällungen geplaudert. Da sollte man nicht erwarten, dass die betroffenen Bäume für schönes Wetter sorgen. 




wo bleibt das Rad stehen?

Hoffentlich keine Niete

für Bäume


Meine Wünsche zur Gestaltung habe ich schriftlich geäußert. Ich bin für jede Lösung, Hauptsache es werden zu deren Realisierung keine Bäume gefällt. Bäume und Sträucher kann man eigentlich nicht genug haben. 
Der kleine und unbefestigte Parkplatz sollte ebenfalls begrünt werden. Eine Rasenfläche würde schon genügen. Darauf könnten einige Schatten verträgliche kleine Bäume und Sträucher, sowie zwei, drei Bänke stehen. 

Zum BLOG Jubiläum. Als ich vor einem Jahr damit begann, hätte ich nicht geglaubt, dass er solche Ausmaße annehmen würde. Inzwischen umfasst er immerhin 217 Beiträge, in welchen 130 unterschiedliche Gehölze vorgestellt wurden. Ich hatte gehofft, auf 100 zu kommen - jetzt peile ich gar die 150 an. Vor allem ich selbst habe dadurch auch viel dazu gelernt. Und ich hoffe, auch anderen Menschen damit eine Freude zu machen.

* Botanischer Garten Frankfurter Allee Süd

Sonntag, 2. Juni 2013

Syringa vulgaris - Flieder (130)

Familie: OLEACEAE
Gattung: Syringa


Auf die Vorstellung des Flieders musste ich ein fast ganzes Jahr warten. Dieser war, als ich mit diesem Blog begann mein Wohngebiet zum botanischen Garten zu machen, gerade verblüht. Und den, besonders wegen seiner Blüte bekannten, beliebten und besungenen Flieder ohne Blüten vorzustellen, ist geradezu Majestätsbeleidigung und im wahrsten Sinne des Wortes nicht vorstellbar. Jetzt ist es aber endlich soweit. 

Der Flieder ist - man will es gar nicht glauben, bei uns nicht heimisch. Der Gesandte der Habsburger Monarchie, Ogier Ghislain de Busbecq brachte die Pflanze vor nunmehr 450 Jahren aus Konstantinopel nach Wien. Von dort eroberte der Strauch (auch als kleiner Baum wachsend) den Rest des europäischen Kontinentes. 

Syringa vulgaris wird nur 6 bis 8 m hoch. Das Exemplar links im Bild, ist also ziemlich ausgewachsen. Flieder wächst sehr häufig drehwüchsig und verbessert dadurch seine Standfestigkeit. 

Die Blätter des Flieder wachsen gegenständig und haben, passend zum vorkommen des Flieders in der lyrischen Liebesdichtung eine Herzform mit glattem Rand. 


Vierzählig sind die wohlriechenden Blüten des Flieder. Sie stehen in Rispen. Diese stehen in bis zu 20 cm Länge am Strauch. In der Farbe der Blüten ist der Flieder ziemlich variabel. Es gibt sie in weiß, blau, violett und auch rosa bis rot ist möglich. Hier im FAS wachsen sowohl weiße Blühenden, als auch Violette Exemplare.