Montag, 30. September 2013

Prunus spinosa - Schlehe (141)

Familie: ROSACEAE
Gattung: Prunus



Ein weiterer Vertreter von Prunus. Auffallend an diesem Strauch sind die Dornen an der sehr dunklen Rinde - weswegen er auch Schwarzdorn genannt wird.  Schwarzdorn ist durch die Dornen wehrhaft gegen Pflanzenfresser und  stark verzweigt - deswegen wurde zu früheren Zeiten als Berieselungsfläche von Gradierwerken benutzt. Durch das herabrieseln am dichten Dornengestrüpp wurde die Salzsole konzentrierter und konnte daher mit weniger Energieaufwand zu Salz versiedet werden. Salz war wie Seide und edle Metalle eine wertvolle Handelsware und konnte gegen viele Dinge eingetauscht werden. Alte Fernhandelsstraßen hießen sogar "Salzstraße". Um Salz zu produzieren wurden ganze Wälder abgeholzt, um als Brennmaterial zum versieden eingesetzt zu werden.  Gradierwerke und somit die Schlehe stellten also so etwas wie ein Mittel zur Brennstoffverbrauchssenkung dar.

Schlehen sind, ähnlich wie Weißdorn wichtige Zuflucht- und Nahrungsorte für vielerlei kleine Tiere. Schon im zeitigen Frühjahr können wir Hummeln und Bienen an ihren Blüten beobachten. Die Blüten erscheinen deutlich vor den ersten Blättern.

Die Früchte schmecken ziemlich herb, sind kugelrund und blau bereift. Nach den ersten Frösten, sind sie aber schmackhaft. Uns Menschen dient die Schlehe als Rohstoff für Schnaps und Marmelade. In früheren Zeiten wurden Drogen aus Schlehenblüten aber auch zu Heilzwecken genutzt. 

Bei Ausgrabungen jungsteinzeitlicher Pfahlbauten am Bodensee wurden die Steine der Schlehe gefunden. Was dafür spricht, das die Schlehe schon seit langer Zeit in Mitteleuropa heimisch ist.


Mittwoch, 25. September 2013

Park ist nicht Wald ...

... schrieb mir einen fb-Freudin zu meinen Gedanken zur Blutbuchenfällung im Lichtenberger Stadtpark. Das will ich hier einmal unwissenschaftlich betrachten.


Im Prinzip hat meine Freundin selbstverständlich recht. Sowohl von der Größe, als auch vom ursprünglichem Charakter gibt es da Unterschiede. Wald stellt ein eigenes Ökosystem dar, besteht hauptsächlich aus Bäumen und ist so groß, dass dort ein eigenes Klima entsteht. Durch Wald wird Boden befestigt und Wasser gespeichert. 


Demgegenüber wird ein Park dadurch gekennzeichnet, das er durch Menschen gestaltet wird. Er ist praktisch ein großer Garten. Der größte Park in Dresden heißt sogar so.


Bei näherem Nachdenken zum Thema, fällt mir jedoch auf, dass die Übergänge zwischen Park und Wald ziemlich fließend sind. Besonders hier in Mitteleuropa, wo es Wald als natürlich entstandenen Urwald praktisch nicht mehr gibt. Sowohl unsere heimische Wälder, als auch die klassischen Parks sind von uns Menschen geschaffen und gestaltet worden. Wälder hauptsächlich, um als Holzlieferant wirtschaftlich genutzt zu werden, Parks, um uns zur Erholung zu dienen und das Stadtklima zu verbessern. In ihrer Form als botanischer Garten oder Arboretum sind sie zugleich Lehranstalt.


Der gärtnerisch betreute Stadtpark ist sicherlich Garten-näher als der große englische Garten. Auch ein großer Park hat ein Klima, welches dem eines Waldes gleichen kann.
Es gibt sogar Wälder, welche als Park bezeichnet werden. Wir kennen Landschaftsparks, Nationalparks usw. . Diese Parks sind Wald typischer, als die Mehrzahl von den Flächen, welche wir als Wald bezeichnen. 


Beide, Wald und auch Park sollten wir achten und all das, was sie ausmacht rücksichtsvoll für uns nutzen und wie einen lieben Freund hegen. Jeder einzelne Baum ist wichtig, egal ob er im Wald oder im Park steht. Unabhängig davon, welches Alter er hat und wie sein Gesundheitszustand ist. Auch der kranke und sterbende Baum ist wichtiger Teil der Natur und seines Kreislaufes.

Im Foto einmal Park und einmal Wald.





  

Freitag, 20. September 2013

Spiraea japonica - Japan-Spiere (140)

Familie: ROSACEAE
Gattung: Spiraea 


Nachdem es ein Jahr gebraucht hat, bis ich überhaupt eine Spiere vorstellte, zeige ich jetzt binnen kurzer Zeit bereits die zweite davon. Welches auch ein wenig damit zu tun hat, dass mir langsam die Pflanzen ausgehen. Die Vorstellung der Japan-Spiere hilft uns aber auch Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen verschiedenen Gehölzen innerhalb einer Art darzustellen. 

Der sehr dekorativ in rosa bis rot blühende Strauch hat lanzlettlich ausgeformte Blätter mit einem gesägten Rand. Wie bei allen Spieren, fehlen auch Spireaea japonica die sonst bei den Rosengewächsen typischen Nebenblätter. Der Strauch wird nicht sehr groß - zwischen 1 und 1 1/2 m ist Schluß mit dem Wachstum gen Himmel. Wegen des dekorativen Aussehens, geringer Größe und seiner ausgesprochenen Härte gegenüber Frost, wird er gern zur Begrünung eingesetzt. Hier im BGFA säumen Japan-Spieren z.B. den östlichen Zugang zum "Anger" dem Platz mit dem Springbrunnen. Das linke Bild zeigt einen Strauch in der späten Blüte. Viele Blütenblätter der in Schirmrispen wachsenden Blüten sind bereits verschwunden. An manchen Stellen  erkennt man schon die unscheinbaren Balgfrüchte, welche den Spieren eigen sind. Sie entstehen aus den einzelnen Fruchtblättern. Wie die Schoten sind Balgfrüchte sogenannte Öffnungsfrüchte. An ihrer sich öffnenden Bauchnaht entlassen sie die Samen ins Leben.




Dienstag, 17. September 2013

BGFAS Kiez-Neuigkeiten

aktuell gibt es einige Neuigkeiten zu berichten. So geht es mit dem Neubau des Einkaufszentrums mit KAISERS und ALDI voran. Das wird also in naher Zukunft, zur geplanten Fällung von zwei weiteren Bäumen führen*. Diese sollen für eine Zufahrt von der Frankfurter Allee führen. Umsatz geht eben vor Erhalt von Bäumen. Dieser Blog berichtete bereits darüber.



Auch mit der Gestaltung des Katzen-Wäldchen scheint sich etwas zu regen. Zum Jubiläum gab es ja die Möglichkeit, sich dazu zu äußern. Als Ergebnis entsteht eine Mischung aus Parkanlage und Parkplatz. Für letzteren wird die bisherige bereits "wild" beparkte Fläche an der Albert-Hößler-Straße, zu einem ordentlichen Parkplatz gestaltet. Das es jetzt losgeht, folgere ich daraus das dort die Kettensägen schnurren und Pappeln schlimm besägen - siehe Foto auf der linken Seite.



Zum Dritten. Und das ist etwas Positives. Am 14.9. wurden die durch den Gesetzgeber bestimmten Ersatzpflanzungen für die vor dem HOWOGE Büro beseitigte Linde vorgenommen. Unter aktiver Beteiligung des Lichtenberger Bürgermeisters, der HOWOGE und des Mieterbeirates  erfolgte die Pflanzung von zwei kleinen Linden. Eine davon an Stelle des gefällten Baumes und eine neben dem Wahlkampfbaum, welchen die Grünen vor Jahr und Tag gepflanzt hatten. 
Unten in den Bildern, sind die zwei Neuen zu sehen. Ich wünsche ihnen gutes Gedeihen.

Übrigens: am 25.9. ist wieder Kiezrundgang. Siehe Schautafel  vor der HOWOGE.



* siehe auch Kommentar vom 25.9.




Samstag, 14. September 2013

Wahlkampf und Baum


der Kampf um jeden Zentimeter Laternenmast und jede freie Stellfläche läuft seit Wochen auf Hochtouren. An jedem Mast haben sich, oft gleich mehrere Parteien mit ihren Wahlversprechungen eingefunden. Diese gehen, im Kampf um die Erotik der Macht, weit über das Versprechungsmaß balzender Männer hinaus. Versprecher sind das allerdings nicht, sondern bewusste Fehlinformationen.

Im BGFAS ist eigentlich nur der stark frequentierte Nordrand (Frankfurter Allee) in diese Veranstaltung eingebunden. Innerhalb des Kiezes hält sich die Bebilderung Gottlob in Grenzen.
Bei einem Rundgang habe ich einmal überprüft, ob auch Bäume betroffen sind.   

Das Resümee: die Bäume im BGFAS blieben verschont von Plakatierungen - an keinem Baum hing ein Kandidatenkonterfei oder ein Parteienspruch. Nur am Nordosteingang hat man einer kleinen Kiefer das Licht genommen, um sich selbst in das Licht zu rücken. Aber auch dieser Spuk ist in zwei Wochen hoffentlich wieder vorbei.


Dienstag, 10. September 2013

noch ein Pilz - Pilze an Bäumen

Wenn man über Gehölze schreibt, kommt man an (Myzel-)Pilzen nicht vorbei. Pilze sind weder Tiere, noch Pflanzen. Sie bilden vielmehr ein eigenes Reich innerhalb der Systematik von Lebewesen. Eine große Zahl der verschiedenen Pilzarten lebt symbiotisch mit Bäumen. Manche Pilze sind sogar unmittelbar an eine einzige Baumart gebunden. So soll das z.B. beim Goldgelben Lärchen-Röhrling und dem Birkenpilz sein. 

Solche Pilze helfen den Wurzeln der Bäume, mineralische Nährstoffe aufzuschließen und werden dafür von den Bäumen mit Kohlehydraten und Vitaminen versorgt. Hier passiert also genau das Gegenteil von dem, was wir Menschen üblicherweise mit der Natur tun - einseitig nehmen und darauf hoffen, dass uns für morgen etwas einfällt. Ja, ich weiß "die Nachhaltigkeit". Diese ist aber vom Grundgedanken auch nur einseitig, weil wirtschaftlich gedacht. Ohne Rücksicht auf die Bedürfnisse der Natur. Wer das anders sieht, kann das ja in einem Kommentar mal mitteilen.  

Durch diese Symbiose können Bäume das vorhandene Nahrungsangebot also besser nutzen, Myzel an den Wurzeln stellt also auch so etwas wie einen "Düngerersatz" dar und da diese Pilze auch die Wasserversorgung verbessern, sind sie gleichzeitig ein gewisser Schutz vor Trockenheit.


Pilze sind, das sei nicht nur nebenbei erwähnt, neben den Bakterien die wichtigsten Zersetzer von organischem Material und deren Umwandlung in Mineralien. Ohne Bakterien und Pilze ist der Stoffkreislauf in der Natur nicht möglich und es gäbe somit ohne diese Helfer nicht das uns bekannte Leben. Einschließlich uns selbst! Wir sehen an der Oberfläche immer nur die sichtbaren und für uns häufig begehrten schmackhaften Fruchtkörper. Der eigentlich Pilz - das Myzel, welches den unterirdischen Job macht, bleibt für uns unsichtbar. 



Es gibt selbstredend auch im BGFAS den einen oder anderen Pilz. Von diesen stelle ich hier mal einige Bilder ein. Und zwar von solchen Pilzen, welche unmittelbar auf dem Baum wachsen. Diese dürften damit nicht zu jenen Pilzen zählen, welche mit dem Baum Tauschgeschäfte machen, sondern sollten vor allem mit der Zersetzung befasst sein. Das ist keine negative Eigenschaft sondern positive Funktion.
Als Nichtfachmann fällt es mir nicht leicht, die Pilze exakt zu klassifizieren. Es sollten aber allesamt Porlinge sein.


































Bei einem der drei weiß ich es ziemlich genau - beim Polyporus squamosus, dem schuppigen Stielporling. Jung ist er essbar.
Dem Baum auf welchem Polyporus squamosus wächst, wird das wohl nicht schmecken. Der Pilz ist, wie die anderen ein hervorragender Ligninzersetzer und verhilft dem Baum damit zu einer Weißfäule. Diese zerstört das Holz, da Lignin das feste Stützmaterial der Zellen des Holzes ist. Die Stabilität eines Baumes könnte also unter solchem Pilzbefall leiden. Möglicherweise sendet dieser Pilz auch ein Signal an Baumpfleger. Das ist wirklich kein Scherz!

Mittwoch, 4. September 2013

Metasequoia glyptostroboides - Urweltmammutbaum (A1)

Familie: CUPRESSACEA
Gattung: Metasequoia


Der auch als Chinesisches Rotholz bezeichnete Baum eröffnet die lose Vorstellung von außerhalb des BGFAS, jedoch in Lichtenberg lebenden Bäumen. Sozusagen Außenexponate. Dazu dekretiere ich einfach Teile des Lichtenberger Grünlandes zu Bestandteilen des BGFAS. Der Urweltmammutbaum, welchen ich hier in Wort und Bild vorstelle, wächst im Lichtenberger Stadtpark. Dort ganz in der Nähe der kürzlich beseitigten Blutbuche. Der Stadtpark selbst, befindet sich in weniger als 500 m Entfernung vom BGFAS - von meiner Wohnung sind es keine 15 Minuten Fussweg bis zu Metasequoia. Der auch als Parkaue bekannte Ort, ist bereits seit etwa 1800 mit Bäumen bepflanzt worden.   Die ältesten dort wachsenden Bäume könnten also etwa 200 Jahre alt sein.


Für den Urweltmammutbaum trifft das keinesfalls zu. Die aus China stammende Art wurde nämlich erst vor etwa 70 Jahren entdeckt. Zuvor kannte man ihn lediglich als Fossil.

Der schöne Baum hat weiche, gegenständige Nadeln. Diese färben sich im Herbst kupferrot und fallen komplett mit den Kurztrieben ab. Sobald es soweit ist, werde ich mit aktuellen Fotos dazu aufwarten. 
Die Borke des Stammes von Metasequoia glyptosroboides ist graubraun, blättert aber ab und zeigt dabei die rötliche Rinde. Das Holz ist leicht und weich. 

An langen Stielen, stehen die schönen Zapfen. Deren Länge in trockenem, verholztem Zustand habe ich mit 30 mm, die Breite mit 25 mm vermessen.  Sie sind also fast kugelförmig. Die Zapfenschuppen stehen sich in etwa 2 Dutzend Exemplaren gegenüber.