Samstag, 26. Juli 2014

eine kleine Geschichte

Heute habe ich beim Morgenspaziergang durch meinen BGFAS folgende kleine Geschichte erlebt. 
Auf einem Zaun saß einen jungen Amsel. Sie saß ganz ruhig. Und wie alle jungen Lebewesen war sie auch scheinbar völlig ohne Angst. Ich konnte also ganz nah an sie herantreten, sie fotografieren und mich mit ihr unterhalten. Wenn man meinen Monolog als Unterhaltung akzeptiert - denn geantwortet hat der Flugschüler nicht. Bis auf einen halben Meter kam ich heran, ohne dass das Kücken Spuren von Ängstlichkeit zeigte.
Als ich allerdings diese Schutzzone unterschritt, rief das Kleine doch sicherheitshalber nach Mama und Papa, blieb aber sitzen.
Die Eltern eilten sofort herbei, flogen eine Kampfkurve vor mir und riefen ihrem Kind zu: dann fliegt doch weg! Du kannst es doch.
Und gemeinsam flog die Familie zu einem Ast in sicherer Entfernung.

Dienstag, 22. Juli 2014

In den Tropen

Um die Tropen zu fühlen, muss man gegenwärtig nicht unbedingt in das Flugzeug steigen. Es genügt völlig, den Fuß vor die Tür zu setzen. Das tropische Gefühl hatte ich ganz stark, als ich am Sonntag 7:30 Uhr meinen BGFAS-Morgenspaziergang machte. Das Thermometer am (schattigen) Fenster meiner 12 Meter über dem Boden gelegenen Wohnung zeigte bereits wieder 30 °C an. Zuerst nahm ich dieses Gefühl so gar nicht wirklich ernst - als ich aber dann durch das kleine Wäldchen ging überkam es mich ganz stark. Halbdunkel herrschte dort, trotz scheinender Sonne, welche durch das relativ dichte Dach der Bäume und die nicht sichtbaren 11-geschossigen Häuser abgeschirmt wurde. Von den Balkonen oder aus den offenen Fenster dieser Häuser drang das Schreien und der Gesang exotischer Vögel in das Wäldchen. Und dazu dieser Geruch! So wie wir ihn aus den Tropenhäusern botanischer Gärten bzw. den für aus sonnigen Ländern stammenden Tieren geschaffenen Häusern in Tierparks und zoologischen Gärten kennen. Oder eben vom Urlaub in entsprechenden Weltgegenden. Schlangen, Affen, Raubkatzen oder andere wilde Tiere traf ich nicht an. Ist wohl auch besser so.


im Wäldchen
Aber einen tropischen Regen werden wir gewiss bald wieder einmal erleben.

P.S. Den hatten wir heute am späten Nachmittag. 29.07.2014


Samstag, 19. Juli 2014

stolz schwillt die Brust ....


nee, nicht weil "wir" Weltmeister in einem Game geworden sind. Da freut es mich schon eher, dass sich ein junger Boxer der SV Lichtenberg 47 dieser Tage den Titel eines Europameisters erkämpfte. Glückwunsch dazu. Die Kraft der Bäume möge ihn und die anderen Lichtenberger Sportler aller Vereine begleiten. 

Ein wenig geschmeichelt fühle ich mich aber dadurch, dass wieder einmal zwei Beiträge aus meinem Blog es in die Schaukästen des Mieterbeirates von FAS geschafft haben. Denn das rührt von eigenen und nicht fremden bemühen ab. Dazu vollständig frei von irgendwelchen Sponsoren und sonstigen Geldgebern. Danke.

Hier der Link zum Originalbeitrag.
und im zweiten Schaukasten der Stonehenge-Artikel.




Montag, 14. Juli 2014

Unwetteropfer im BGFAS

Gleich zu Beginn des Beitrages muss ich dessen Titel relativieren. Unwetter ist möglicherweise übertrieben (das ich solche Un-Begriffe in Bezügen wie Unkraut, Ungeziefer und auch Unwetter nicht unbedingt mag, weiß wer mich kennt) - das Wetter am Abend des 8.Juli war auch in Berlin jedenfalls sehr markant und nicht als angenehm zu bezeichnen. Am 8.Juli wurde kurz nach 16 Uhr der Ausnahmezustand für die Berliner Feuerwehr ausgerufen, welcher für 3 Stunden vorhielt. Zwischen 15:30 Uhr und 18:00 Uhr war in Berlin die Feuerwehr mehr als 90 mal im Einsatz. Viele dieser Einsätze hatten unmittelbar mit dem Wetter zu tun. So schnell der Regen manchmal fällt, kann das Wasser in versiegelten Stadtgebieten gar nicht abfließen und sorgt damit für Straßenüberflutungen und vollgelaufene Keller. 

Nicht nur im BGFAS haben viele Bäume die Gelegenheit des starken Windes wahrgenommen, einzelne alte Äste zu entsorgen. Auf dem kleinen Foto ein Beispiel davon, dass vor allem Pappeln die Möglichkeit nutzten. Und zwar in der Nord-Süd Schneise, welche auch den Tornado hervorbrachte. Richtig schlimm erwischte es den schönen Eschen-Ahorn unmittelbar vor dem HOWOGE Büro. Der starke Nordast gab nach und legte seine Zweige müde auf den Gehweg ab. Der Ast musste in einer Notoperation entfernt werden. Ich hoffe mal, der Baum verschmerzt den Verlust einigermaßen. Aus dem Gleichgewicht gebracht ist der schöne Baum auf jeden Fall. Die schöne Balance ist wieder einmal hinüber - wie auf dem Foto mit den aktuellen Schnittstellen deutlich zu erkennen, nicht das erste Mal.


Samstag, 12. Juli 2014

Gedanken zu einem Gedanken. "Essbare Stadt"

Neu ist der Gedanke nicht. Aber es muss ja nicht immer alles neu erfunden werden, häufig lohnt es sich, Sachen welche bereits erfunden wurden nachzunutzen. Konkret geht es bei der essbaren Stadt darum, bei Neupflanzungen im öffentlichen Raum stärker auf einheimische Obstgehölze zu setzen. 
Es klingt auf den ersten Blick wirklich gut, auch in der Stadt Kirschen, Pflaumen und Äpfel pflücken  zu können und vor allem den Stadtkindern zu zeigen, woher  diese Früchte kommen. 
Ich las über diese Idee in der Berliner Woche vom 18.6.2014 und fand hier einiges Überdenkens- und Bedenkenswertes.


Mein erster Gedanke war: gibt es doch. Im BGFAS wachsen sowohl Esskastanie und Walnuss, als auch Apfel, Kirsche, Pflaume. Die Liste der essbaren Früchte ließe sich ergänzen. Die Frage für mich lautet hier nicht, "muss etwas gepflanzt werden, um es den Stadtkindern zu zeigen" sondern: "wird das vorhandene Potential genutzt, um es den Stadtkindern zu zeigen und zu erklären". Diese Frage kann ich für mich selbst nicht beantworten, da ich keine schulpflichtigen Kinder oder Enkel habe.
Zum Zweiten. Stadtrat Nünthel spicht es an, ordentliche Baumpflege muss regelmäßig und korrekt erfolgen. Das kostet Geld. Die jetzige Methode des seltenenen, dafür um so heftigerem Brutalschnittes* überleben Pappeln für eine gewisse Zeit. Bei Obstgehölzen dürfte es dazu führen, das wir an ihnen kein Obst sehen. An den hier im BGFAS wachsenden und mit der Kettensäge geformten Johannisbeersträuchern, habe ich bisher nur sehr wenige und nur ausgesprochen kleine Früchte erleben können. Ich gestehe aber ein, dass kann durchaus auch andere Ursachen haben, welche nichts mit der Pflegeweise zu tun haben. Der Fakt das man hier das propagierte Ziel nicht umsetzen kann, bleibt allerdings. Demgegenüber sind an den hier zu findenden Arten von Prunus durchaus vorführbare und vor allem essbare Früchte in Hülle und Fülle zu finden.

Als interessante Ergänzung fand ich in der Berliner Woche vom 16.7.2014 einen Artikel über den 1. Lichtenberger Schulgartenwettbewerb. Immerhin 19 Projekte nahmen daran teil und stellten ihre Ideen zur Vermittlung von Naturwissen an Kinder vor. Prima!




* meine persönliche Bezeichnung für das, was uns im allgemeinen als Kappungs- und Starkastschnitt begegnet. Oder wie will man den Schnitt, welche außerhalb jeglicher Erkenntnisse und Regeln (siehe Baumschutzverordnungen, welche bestimmen bis zu welcher Stärke Äste beschnitten werden dürfen) Kronen von Bäumen vollständig verstümmeln benennen?

Samstag, 5. Juli 2014

Schnecken - Teil 1 - Bänderschnecken

Seit wann gibt es Blattsalat? Die Asterales zu welchen diese beliebte Pflanze gehört soll lt. Wikipedia ziemlich jung sein. Die ältesten Fossilien von Asternartigen sind 29 Millionen Jahren alt. Wenn er aber immer aufgegessen wurde, gibt es logischerweise keine Fossilien vom Blattsalat. Meine These besagt: Blattsalat gibt es seit wenigstens 500 Millionen Jahren. Er gehört nämlich zu den Lieblingsspeisen der Gastropoda - uns als Schnecken bekannt und von Gartenfreunden gefürchtetes Raubtier. Diese existieren nämlich bereits seit so langer Zeit. So sagen es Fossilien. Auch wenn wir das nur auf Land bewohnende Schnecken reduzieren, kommen wir auf 200 Millionen Jahre. Es wäre recht unlogisch, wenn Lebewesen bereits länger existieren als ihre Ernährungsgrundlage.
Gartenfreunde sollten eigentlich froh sein, dass ihre Salate und Früchte von unabhängigen Experten als wohlschmeckend eingeschätzt werden.


Schnecken gehören zu den Weichtieren (Mollusca) - nicht zu verwechseln mit den Weicheieren, welche zu den Chordatieren (Chordata) gehören.

Schnecken leben sowohl im Wasser, als auch auf dem Land. Da es im BGFAS keine größeren Gewässer gibt, betrachte ich hier in meiner oberflächlich unwissenschaftlichen Art nur die Landschnecken. Dabei sind mir - grob unterteilt zwei verschiedene Schnecken aufgefallen: Schnecken mit Haus und Schnecken ohne Haus.  Beide leben auf großem Fuß. Am Fuß befindet sich auch der Kopf. Oberhalb des Fußes liegt der Eingeweidesack, in welchem sich alle wichtigen Organe befinden. Deren Art ist praktisch identisch mit der von uns Menschen. Es gibt ein Herz, eine Lunge, einen Magen, Niere, Organe zur Fortpflanzung. Bei Schnecken sind das gleich beide unter den von uns bekannten lateinischen Bezeichnungen. Schnecken sind, um die Fortpflanzungswahrscheinlichkeit zu erhöhen nämlich Hermaphroditen und können sich mit jedem Partner ihrer Art fortpflanzen. Das sogar gleichzeitig und gegenseitig. Vorher streicheln sie sich. Bis zu 24 Studen! Amors Liebespfeil ist im übrigen Bestandteil des Liebeslebens von Schnecken. Wer mag kann das ergoogeln. Irgend etwas fehlt da noch. Stimmt! Es fehlt das Gehirn. Ein Gehirn, so wie wir es kennen haben Schnecken nicht. "Nur" ein Nervensystem mit Nervenknoten. Was uns zeigt, auch ohne richtiges Gehirn als Zentrum der Datenspeicherung und Verarbeitung kann man Reize der Umwelt aufnehmen und verarbeiten und das Leben steuern. 
Sinne von Schnecken sind recht interessant. So riechen Schnecken nicht am, sondern mit dem Fuss. Und das sogar sehr gut. Mit diesem schmecken sich auch. Sehen können Schnecken wie wir mit den Augen (vorn an den zwei oberen Fühlern), zwar nur schwarz/weiß aber besser als wir meinen. Die Augen haben bei den hochentwickelten Landschnecken sogar eine Linse. Welche sich mangels Muskeln jedoch nicht die Fähigkeit hat scharf zu stellen. Auch mit dem Mantel und der Körperoberfläche sehen Schnecken. Hier jedoch nur hell/dunkel.


Jetzt wird es konkret. Teil 1 soll sich ja den Bänderschnecken widmen. Das sind Schnecken mit Haus. Diese Häuser haben umlaufende Farbbänder. Daher der Name. Zwei Arten habe ich hier entdeckt.

- die Garten-Bänderschnecke (Capaea hortensis)
- die Hain-Bänderschnecke (Capaea nemoralis)


Beide tragen ein etwa rundes Haus mit sich herum, dessen Höhe und Breite etwa 20 mm beträgt, wenn die Tierchen erwachsen sind. Ich kann sie durch den unterschiedlichen Mundsaum voneinander unterscheiden - das ist der Rand des Gehäuses, aus welchem Kopf und Fuß der Schnecke herausschauen. Dieser ist bei der Garten-Bänderschnecke meist hell, bei der Hain-Bänderschnecke mehrheitlich dunkel. Woran man erkennt, das mein persönliches Bestimmungsmerkmal nicht 100-prozentig zum Erfolg führt. 



Die Hain-Bänderschnecke findet man häufig in gelber und brauner Grundtönung, wie auf den Bildern links zu sehen. Die Farben können aber durchaus variieren. Für Landschnecken ist die Hain-Bänderschnecke ein wirklich farbenfroher Vertreter. Schön auf den Fotos zu erkennen ist das braune Band, welches sich um die bis zu 5 1/2 Windungen des Gehäuses zieht. Diese kann man im unteren Bild nachzählen. Es muss nicht bei dem einen Band bleiben. Ich las schon von 5 Bändern, mit welchen sich die Schnecken schmücken. Unsere Schnecke schaut ganz vorsichtig heraus und prüft, ob es lohnt loszurennen. Die Fühler mit den schönen dunklen Augen blicken scheu unter dem dunklen Mundsaum hervor. Die Querstreifung kennzeichnet das Wachstum des Gehäuses.
Im Foto unten ein Exemplar mit mehreren Bändern. Von Windung zu Windung unterschiedlich stark ausgeprägt. Auch hier ist eines der Augen deutlich erkennbar.

Hain-Bänderschnecken ernähren sich nicht von Blattsalat, sondern vor allem von abgestorbenen Pflanzenteilen, Aas und Algen - wirkt also vor allem als Destruent und nicht als "Gartenschädling".
























Von der der Garten-Bänderschnecke konnte ich bisher nur ein Exemplar entdecken und ablichten. Der Unterschied des hellen Mundsaumes ist klar erkennbar. Aber wie schon gesagt - es gibt auch Hain-Bänderschnecken mit hellem oder gar unterdrücktem Mundsaum. Ich denke aber, zu Verdeutlichungung des Unterschiedes genügt es, dieses Bild zu zeigen. Selbst wenn es eine Hain-Bänderschnecke wäre.

Ernährungsbasis dieser Art sollen vor allem Algen sein, wozu eigentlich der Fundort - ein Blatt nicht passt.