Sonntag, 28. September 2014

Kreuzspinne und Kreuzschnabel ...

Na, ist der Spruch noch bekannt? Na klar - Herr Fuchs aus dem Märchenland führte den häufig in der Schnauze. 

Ich möchte mich heute einmal kurz mit dem ersten Teil dieses Spruches befassen - mit Araneus diadematus, der Gartenkreuzspinne. Auch dieses, sehr schöne Tier lebt hier im Kiez. Diese Spinne mit dem (beim weiblichen Tier) ausgeprägt schönem runden Hinterteil, erkennen wir gut an dem, sich aus fünf größeren Flecken zusammengesetztem Kreuz. Befindlich an eben jenem Hinterteil. 
Kreuzspinnen sind Radnetzspinnen und gehören zu deren größten Vertretern. Der Körper kann fast 2 cm messen. Meine BGFAS Exemplare sind so zwischen 12 und 15 mm groß. Mit dem Netz fangen sie sich ihre Mahlzeiten ein - das sind herumfliegende Insekten. Auf verschiedenen Internetseiten ist nachzulesen, das Spinnen auf einem ha Wiesenland jährlich 500 kg Insekten vertilgen! Wer sich unter dem Flächenmaß ha nichts vorstellen kann - das ist etwas mehr als ein Fußballfeld lt. FIFA Normen. Die Beute wird mit Gift gelähmt und dann in einem Kokon verpackt um auf den Verzehr zu warten. Paarungswilligen Männchen kann es auch so ergehen, die Weibchen haben sie dann buchstäblich zum Fressen gern. Man kann auch sagen: die Väter geben wirklich alles für den Nachwuchs! Echte Helden.

Ein sehr attraktives Exemplar habe ich am 22.09.2013 aufgenommen. Diese hatte sich ihr Netz unmittelbar vor der Gedenktafel an der Midred-Harnack-Schule gebaut. Sie ist auf den ersten beiden Fotos zu erkennen. Auf dem unteren der beiden Fotos (auf welchem sie sich am Hinterteil kratzt), hat sie liebenswürdigerweise eine Position eingenommen, in welcher das Kreuz sehr deutlich erkennbar ist.

In diesem Jahr habe ich bislang leider noch kein Netz mit einer Kreuzspinne entdecken können. Das ist schade! Vielleicht habe ich bloß die Zeit verpasst.



Als ich jedoch am 25.09.2014 zum Einkaufen ging, lief mir jedoch eine sehr schöne alte Spinnendame über den Weg. Und das mit dem Laufen ist wörtlich gemeint. Offenbar war sie auf dem Weg, um sich ein Quartier zum Schlafen und wohl auch zum Sterben zu suchen. Ihr hohes Alter war am eingefallenem Hinterteil zu erkennen. Die Kreuzzeichnung kann man ebenfalls praktisch nicht mehr sehen. Wunderschön aber die kräftige Farbe des Tieres. Wie gesagt, sie lief mir über den Weg und wirkte dabei etwas desorientiert. In den fast 10 Minuten meiner Beobachtung lief sie zuerst von Nord nach Süd über die gesamte Breite des Weges, um nach einem halben Meter ostwärts wieder über den kompletten Weg nach Norden zu gehen. Das ist für so ein Tier recht riskant. Laufen dort doch recht viele Menschen umher.
Dieses umherirren verweist für mich auf ein Problem, welches in unseren Kulturlandschaften alle Tiere haben. Die für uns, durch die Vielzahl von Bäumen, Sträuchern, Kräutern und anderen Zeichen von Natur gegenüber den Häusern und Straßen als natürlich wirkt - ist es für die dort lebenden Tiere nicht wirklich. Unser Zwang ständig mit Besen und Staubsauger alles rein zu halten, vernichtet während dieser Aktionen massenhaft Insekten und anderes Getier. Damit werden die Nahrungsgrundlagen anderer Tiere (wie unserer Singvögel) zerstört und Rückzugsmöglichkeiten für Tiere beseitigt. Ich hatte schon einmal darüber meditiert. Es wäre sicher vernünftiger, etwas zurückhaltender vorzugehen. Nicht jede Ecke muss besenrein sein. Kreuzspinnen z.B. überwintern gern unter Laub.
Die Kreuzspinne ist im übrigen für uns Menschen harmlos. Es sei denn, wir erschrecken uns vor einer und schaden uns dadurch. Um einen Menschen wirksam zu beißen, um Gift in ihn zu verbringen, muss sie schon eine dünne Hautstelle erwischen. Das Gift ist für uns ohnehin nicht sehr wirksam und verursacht nur eine Hautrötung. Etwa vergleichbar einem Mückenstich.





































Man muss sich nur richtig Mühe geben. Beim Spaziergang am 29.9.2014 habe ich doch noch Netz und eine Gartenkreuzspinne in diesem entdeckt. Wo, das halte ich aus Schutz der Person der Dame geheim. Zumal ich mich entschuldigen muss, da ich die junge Frau beim Essen gestört habe. Außerdem habe ich sie von der Bauchseite abgelichtet. Dabei kann man recht gut die Spinndrüsen am Körperende erkennen. Außerdem sieht man deutlich den Scapus (Teil der Epigyne). Diese Abdeckung des für die Erhaltung der Art wichtigen Organs der Webspinnen verhindert die Paarung mit nicht artgleichen Männchen. Nach dem Prinzip Schloss-Schlüssel. 
Nachdem sich mein Blick für die Spinnen wieder geschärft hat, habe ich zur Zeit sechs Netze mit Gartenkreuzspinnendamen im Netz meiner Beobachtung.
Und dabei soviel entdeckt, dass daraus bald noch ein zweiter Beitrag zu diesen interessanten und nützlichen Tieren enstehen wird.

Donnerstag, 25. September 2014

herbstlicher Kiezrundgang mit dem Mieterbeirat von FAS

Der Mieterbeirat hat wieder einmal zum Kiezrundgang eingeladen. Verantwortliche der HOWOGE, die Polizei, das Ordnungsamt und interessierte Mieter. Die Polizei konnte krankheitsbedingt nicht teilnehmen. Ich konnte krankheitsbedingt dabei sein. 
Ein Protokoll des Rundganges wird das hier nicht, sondern nur Schilderung einiger Eindrücke.
Mein erster Eindruck: das Mieterinteresse ist nicht sehr groß, der Altersdurchschnitt Mieterseitig (einschließlich MBR-Mitglieder) desto mehr. Was aber auch am Termin liegen könnte - rede ich mir jetzt mal ein. Zweiter Eindruck: alle Anwesenden interessieren sich ernsthaft für die Themen des Kiezes. Und das ist auch gut so. Bewiesen dadurch, dass es im Kiez insgesamt gesittet zugeht!


Und Drittens. Sichtbare Ordnung, im Sinne von Sauberkeit liegt allen am Herzen. Und wenn ich die zwei vom Ordnungsamt richtig verstanden habe, sind auch diese der Ansicht, dass z.B. zur Durchsetzung der Sauberkeit auf den Spielplätzen und anderen Grünanlagen auch ab und zu eine Kontrolle durchs Amt erforderlich ist. Warten wir ab.


Auch über das Katzenwäldchen wurde gesprochen. Dabei musste ich ständig an die Worte von Hr. Nünthel, dem zuständigen Lichtenberger Stadtrat in der  Berliner Woche  denken. Dieser soll nämlich gesagt haben, dass das Parken auf einem Teil des Katzenwäldchens, wegen der Parkplatznot bislang geduldet wurde. Nur als Hinweis: es handelt sich hier um eine als "geschützte Grünanlage" ausgewiesene Fläche. Wenn man Parken auf einer solcherart geschützten Anlage von Amts wegen duldet, verwundert es nicht, dass sich auch manch Bürger nicht für die Einhaltung von Regeln interessiert. Ich hätte den Mut, so etwas öffentlich zu verkünden nicht gehabt. Respekt, Hr. Stadtrat!

Aber möglicherweise, gehört dieser Teil nicht zum schützenswerten Bereich.

Dienstag, 16. September 2014

Schnecken - Teil 2. Unhäusig.

Im Teil 1 der im BFAS lebenden Schnecken hatte ich über Bänderschnecken berichtet. Diese gehören zu den Schneckenarten, welche traditionell ihr Haus mit sich herum schleppen. Im Post zum Südzugang konnte ich das Foto einer Weinbergschnecke zeigen. In einem zweiten, ausschließlich diesen interessanten Tieren gewidmetem Beitrag, zeige ich einige Beispiele von Schnecken, welche ihr Haus im Laufe der Entwicklung zurück bauten und sozusagen im Freien leben.
Dabei handelt es sich zum einem um die Schnegel (Limacidae) und zum anderen, um die bei Gartenfreunden extrem unbeliebten Wegschnecken (Arionidae)
Zuerst. Auch Wegschnecken haben ihre Lebensberechtigung und gehören zum natürlich entstandenem Kreislauf der Natur. Das sie gern von "unserem" Salat naschen, gehört halt zu ihrer Lebensweise und das wir die für uns besonders unangenehmen Spanischen Wegschnecken hier leben haben, ist unsere Schuld - nicht die der Tiere. Warum haben wir sie denn hierher gebracht? Das ist aber nicht nur in diesem Falle so, dass an einer Situation Unschuldige, durch den Verursacher des Problems zum Schuldigen erklärt werden.


Etwas ausführlicher zu den sehr eleganten Schnegeln. Am Beispiel der recht häufig im BGFAS anzutreffenden Tigerschnegel (Limax maximus). Diese außerordentlich exklusiv und schön gefärbten Tiere werden bis etwa 20 cm groß. Bekannt sind sie auch durch ihr äußerst interessantes Sexualverhalten. Die kennen Positionen, welche selbst dem Kamasutra fremd sind und hängen dabei auch noch ab - chillen, sagt man wohl dazu. 
Einfach mal den hinterlegten link zu youtube anklicken!




Wie Schnegel im allgemeinen, sind sie keine Schnecken, welche im Garten Schaden anrichten, sondern Feinde der den Garten schadenden Wegschnecken. Sie haben nämlich deren Gelege zum Fressen gern. Ansonsten sind sie echte Destruenten und ernähren sich von alten organischen Stoffen. Außerdem stehen Pilz und Alge auf dem Speisezettel. Limax maximus ist ein sogenannter Kulturfolger. Er ist von Süd- und Westeuropa zu uns eingewandert. Ich weiß, klingt komisch wenn man bei Schnecken von eingewandert spricht. Aber wandern ist ja ohnehin die etwas gemütlichere Art sich in der Natur zu bewegen.


Wie unterscheidet man eigentlich die Schnegel von den Wegschnecken? Für mich als Laien. ist das deutlichste Merkmal die Position des Atemlochs. Bei Schnegeln befindet sich dieses im hinteren Teil des Mantelschildes. Außerdem sind Schnegel am Körperende deutlich gekielt. Auf den Fotos ist das gut erkennbar. Im direkten Vergleicht sieht man auch, das Schnegel insgesamt schlanker sind. Das ist jedoch sicher nicht zu verallgemeinern - auch Models sind nicht immer superschlank.














Eigentlich ist somit auch schon das Wesentliche zu den Wegschnecken (Arion) erklärt. Sie ernähren sich neben Aas gern von frischem und saftigen Pflanzen. Auch meine Mutter kann bestätigen, das Studentenblumen sehr oft auf dem Speisezettel der Wegschnecken stehen.

Sonntag, 7. September 2014

vom Süden ...

... gelangt man selbstverständlich auch in den BGFAS. Nachdem ich den Nordwest- und den Nordeingang bereits vorgestellt habe, will ich auch die Möglichkeit schildern, wie man vom Süden her in dieses kleine Paradies gelangt. Dieser ist für mich der ständige Weg zur Arbeit und zurück. Weil ich aus Gründen der gesunden Bewegung und des Genusses der Naturbeobachtung, den langen Weg zum S-Bahnhof Nöldnerplatz und nicht den nahe gelegenen U-Bahnhof Magdalenenstraße benütze um den Arbeitsweg zu bewältigen.
Am Bahnhof Nöldnerplatz geht man die Treppe hinunter und dann nach rechts. Von hier kann man nur nach links weitergehen um nach etwa 50 m nach rechts den Fußgängerweg zu beschreiten. Dieser führt unmittelbar am Bahndamm der Eisenbahnverbindung zwischen Rummelsburg und Frankfurter Allee entlang. Später unterquert der ca. 400 m lange Fußweg einen weiteren Bahndamm und dann gehts via Zebrastreifen die Buchberger Straße. Einmal links und einmal rechts und wir sind im BGFAS.

Das spannende an diesem Weg für mich, sind die Tierbeobachtungen. Besonders im Winter trifft man dort den Herrn Fuchs. In Frühjahr und Sommer gaben viele Lerchen ganztägige Konzerte. Und Schnecken gibt es dort in Hülle und Fülle. Vor allem Wegschnecken und Schnegel. Aber auch eine Weinbergschnecke habe ich hier bereits gesehen.


Mittwoch, 3. September 2014

Herbstbeginn 2014

Meteorologisch hat am 1.9. der Herbst begonnen. An der Laubfärbung haben wir das schon im August erkennen können. Besonders die Linden zeigen eine deutliche Gelbfärbung vieler Blätter und haben etlich davon bereits auf den Boden geworfen. 
Extravagant schön zeigt sich Thunbergs Berberitze - auch manche sich sonst grün gezeigte Form wird rot und das Rot der roten Arten sehr stark.



Dienstag, 2. September 2014

Tilia x intermedia - Holländische Linde (153)

Familie: TILIACEAE
Gattung: Tilia


Schon wieder eine Linde? Ja. Und sogar eine, von welcher ich nicht so recht weiß, ob sie hier im BGFAS wächst und wie ich sie von Sommer- und Winter-Linde unterscheide. Tilia x intermedia ist nämlich ein Hybrid der beiden und hat daher Eigenschaften beider Elternteile. Tja, aber welche von wem? Die Früchte der Sommer-Linde und die Blätter von der Winter-Linde? Blätter so klein wie bei der Winter-Linde, zweifarbig wie bei dieser aber behaart wie bei der Sommer-Linde? So richtig klare Informationen konnte ich aber auch im www nicht entdecken. So mache ich es eben, wie in Politik und Wirtschaft häufig üblich: ich ersetze klares Wissen durch fest geäußerte Überzeugung. Ja, es gibt diese Hybriden im BGFAS. Die Nüsschen sind rundlich und filzig behaart (Wikipedia).