Freitag, 31. August 2012

Acer platanoides "crimson king" - Spitz-Ahorn (6a)

Familie: ACERACEAE
Gattung: Acer



eine Zuchtform des Spitzahorn aus Frankreich und beliebter Straßenbaum. Kleinwüchsig und mit seinen leuchtend roten Blättern schön anzusehen. Ein recht großes, fast 14 m hohes Exemplar steht direkt vor (besser: unter meinem Wohnzimmerfenster). Abgelichtet habe ich nicht ihn, sondern seine Kumpels 100 m weiter nach Westen in Richtung zum Bahnhof Frankfurter Allee.
Wenn man dicht heran geht, fällt auf, dass nicht alle Blätter diese leuchtende Farbe haben und fast normal grün sind. Ein interessanter Effekt - aus der Ferne sieht der Baum rot aus  und wenn man dichter heran geht grün. Was vor allem daran liegt, dass man aus der Ferne die äußeren, ständig dem Sonnenlicht ausgesetzen Blätter sieht. Aus der Nähe nimmt man dann die inneren, abgeschatteten Blätter war. Ein Hinweis darauf, das die Rotfärbung so etwas wie ein ständiger Herbsteffekt ist. Die Blätter schützen sich mit der Rotfärbung wie mit einer Sonnenbrille.
Beim Namen des Baumes denke ich an Musik von King Crimson.



deutlich erkennbar ist der Einfluss des Sonnenlichtes auf die Blattfärbung. In abgeschatteten  Bereichen
überwiegt der grüne Farbstoff. Bei intensiver Sonneneinstrahlung hat das Rot den Vorrang.


Bilanz nach 87 Tagen

... so als ist der Lauf dieses kleinen Projektes noch gar nicht. Inzwischen gibt es jedoch bereits mehr als 100 Beiträge zum Kiez und dessen Hauptdarstellern des "botanischen Gartens".
Bereits im vorigen Jahr hatte ich ein kleines Fotopilotprojekt gestartet. Dabei einen Kreis von etwa 1 km um die Wohnung geschlagen und nach den unterschiedlichen Gehölzen Ausschau gehalten. Damals waren etwa 70 verschiedene Bäume und Sträucher zusammen gekommen. Selbst Gingko und Eisenbaum fanden sich. Diese beiden sind im Kiez bisher nicht vorhanden - aber was nicht ist, kann ja noch werden. Trotz dieser beiden "Ausfälle" sehe ich inzwischen bereits die "100" und habe die entsprechenden Kandidaten bis 107 schon auf der Liste.

Weitere Statistik gefällig? Morgen - vielleicht auch noch heute - gibt es den Zugriff  Nr. 1000, das heißt zwischen 11 und 12 mal am Tage hat ein Mensch oder eine Suchmaschine auf einen Beitrag zugegriffen. Allein 500 dieser Zugriffe fanden im August statt. Was wiederum 16 Tageszugriffe bedeutet. Spricht sicherlich nicht gerade für einen begeisterten Leserzuspruch, ist aber allemal mehr, als nur ins eigene Tagebuch geschrieben.

Pseudotsuga menziesii - Douglasie (93)

Familie: PINACEAE
Gattung: Pseudotsuga
Pseudotsuga menziesii var. glauca (wird nur 40 m)
vorbei an den schrägen Typen durchqueren wir zügig den Spielplatz zu seinem nordwestliche Ende und stehen nun vor der Mauritiuskirche. Auf derem Gelände befinden sich einige interessante Bäume. Für uns von besonderem Wert, ist wegen ihrer Einzigartigkeit für den Kiez die hier stehend Douglasie. Auffällig an diesem aus Nordamerika zu uns gelangtem Nadelbaum, sind die interessanten Zapfen mit zwei völlig unterschiedlichen Schuppen. Kurze und runde Schuppen werden mittig überragt durch lange und schmale Schuppen mit drei Zipfeln. Das sieht sehr dekorativ aus. Wie bei der Fichte hängen diese an den Ästen.
Die weichen Nadeln sind etwas länger als bei der Fichte und duften beim Zerreiben fruchtig nach Orangen. Eine Douglasie wird in Europa, mit 50 bis 60 m etwas größer als unsere heimische Fichte.  In ihrere Heimat erreichen sie Höhen von mitunter mehr als 100 m. Lt. Wikipedia war der höchste bislang vermessene Baum eine Douglasie.  Sie war noch größer als die, für die größte Bäume geltenden Küstenmammutbäume. Mit 133 m maß die genannte Douglasie auch 3 m mehr, als die von einem Wissenschaftlerteam berechnete mögliche Maximalhöhe von Bäumen. Die Douglasie wird diese Berechnungen sicher nicht gekannt haben, zumal sie wohl mehr als 100 Jahre (1895) vor dieser Studie gefällt wurde. Aber mal ohne diesen Kalauer: interessant ist schon, dass theoretisch berechneter Wert und Praxismessung so nah beieinander liegen. Die Palme für die größte Höhe teilen, muss sich der Baum mit einem Laubbaum. Ein Eukalyptus rengans  wurde 1872 in Australien gefällt und mit 132 m vermessen (ich las auch 132,58 m). Andere Quellen geben der höchsten Douglasie "nur" 120 m. Wie dem auch sei. Die Douglasie gehört zum elitärem Kreis der +100 m Bäume. Auch der längste Baum Deutschlands ist ein Douglasie und misst 63 m.




Die Kiezdouglasie ist erheblich kleiner (diese Art wird sowieso nur 40 m) und zeigt auch nicht den kegelförmigen Habitus der Douglasien. Es sieht so aus, als hätte der Baum einmal seine Krone verloren. Vor der letzten Eiszeit, so ist nachzulesen, war Pseudotsuga auch in unseren Breiten heimisch. Heutzutage passt sie möglicherweise nicht so richtig in den hiesigen Naturkreislauf hinein, was von manch Naturschützer kritisiert wird. Dazu kann ich nur sagen: auch der Mensch und vor allem seine technischen Hilfsmittel der Fortbewegung passen da nicht hinein. Zudem sprechen wir hier von Bäumen und nicht von Fruchtfliegen. Will sagen, selbst die erste Generation der erst im 19.Jahrhundert nach Europa eingeführten Bäume, befindet sich erst im ersten Lebensdrittel. Warten wir also in aller Gelassenheit mal 500 Jahre ab und reden dann noch einmal darüber



Donnerstag, 30. August 2012

zwei schräge Typen - Elaeagnus und Acer





















wir befinden uns seit dem Goldregen auf dem Spielplatz Wilhelm-Guddorf-Straße.  Etwa im Zentrum des Spielplatzes wachsen zwei Bäume, welche die Blicke auf sich ziehen. Bewusst wähle ich hier nicht das Verb "stehen". Denn beide Bäume liegen mehr, als das sie stehen. In einem Winkel von etwa 30, bzw. 45 Grad  wachsen sie nahezu auf das Grad  genau in Richtung Süden, um dort das Licht zu finden. Wie bei uns Menschen, gibt es offenbar auch bei den Bäumen Individuen, welche etwas mehr, als das Übliche für das Erreichen ihrer Ziele tun. Wenn das auch nicht einfach ist. Denn solch liegender Baum ist nicht ausbalanciert und muss das Gleichgewicht durch verstärkten Krafteinsatz der Wurzeln auszugleichen suchen. Alle anderen Bäume wachsen stur nach oben.


Einer der Schräglinge ist ein Eschen-Ahorn. Mit einem Winkel von 30 Grad schmiegt er sich fast an den Boden. Hier das Gleichgewicht zu halten, ist schon Extremsport und Olympiareif.
Beim zweiten der Beiden, handelt es sich um ein sehr schönes und besonders großes Exemplar von Elaeagnus angustifolia. In allen mir verfügbaren Quellen, wird dieser Baum als klein beschrieben. Dabei schwanken die Angaben zwischen 5 und 7 m Wuchshöhe, nur selten wird er höher. Der auf dem Spielplatz wachsende gehört offensichtlich zu diesen seltenen höher wüchsigen Exemplaren. Trotz des sehr schrägen Wuchses erreicht seine Krone etwa 10 m Höhe und ist damit doppelt so hoch wie der Normalbaum. Der Stamm teilt sich nach kanpp einem Meter in zwei Stämme. Der Stärkere misst 1,24 m Umfang und hat eine Neigung von ungefähr 60 Grad, währenddessen der mit 70 cm schwächere Stamm mit 45 Grad zur Erde weiterwächst. Als gemeinsamer Stamm hat er nach ca. 80 cm Länge einen Umfang von 1,65 m, was immerhin einem Durchmesser von mehr als 1/2 m entspricht. Und das ist nicht die dickste Stelle.

Zur Freude der Kinder stehen diese Bäume so schräg. Selbst kleinere Kinder können sich an diesen bereits beim Klettern erproben. Vielleicht war auch das ein Motiv für die Bäume, sich ein wenig krumm zu machen. Ich hoffe einmal, dass dieses so bleibt. Denn das aufgesprühte Fragezeichen am Acer macht mir schon ein wenig Sorgen....

Ergänzung: zweiter Teil

Mittwoch, 29. August 2012

Fraxinus latifolia - Oregon-Esche (92)

Familie: OLEACEAE
Gattung: Fraxinus

Wir standen zuletzt beim Goldregen. Genug Gold gesehen, es geht nach Oregon, präziser zur Oregon Esche. Was mir an diesem Baum zuerst auffiel, ist die Rinde. Diese erinnert mich nämlich sehr stark an Buchen. Grau, glatt und Chinesenbärte. Ansonsten hat er die gefiederten Fraxinus-Blätter. Aber nur 5 - 9 Fiedern und  damit deutlich weniger als unsere gemeine Esche. Auch laufen die Fiedern nicht so stark spitz aus.
Bei den Fiedern am hier dargestellten Blatt, fällt auch eine sehr starke Asymetrie am Blattgrund auf.







Montag, 27. August 2012

Graf Zahl aus der Sesamstraße ...

... hätte seine Freude an mir. Ich habe nämlich heute mit der großen Baumzählung begonnen. Im Beitrag Kiezgrößen hatte ich ja schon einmal über die Dominanz von Bäumen im Kiez nachgedacht und dabei die Pappel als den dominierenden Baum vermutet. Das hat sich jetzt beim Nachzählen jedoch nicht bestätigt. Ahorn führt deutlich. Erstaunlich die große Menge von Weißdorn. Nach den große drei, kommt gleich dieser kleine aber wichtige Baum. Hier die Zahlen:

Acer (Ahorn): > 600

Populus (Pappel): 326

Tilia (Linde): 287

Crataegus (Weißdorn): 91

Aesculus (Rosskastanie): 62

Quercus (Eiche): 59

Platanus (Platane): 38

...

Picea (Fichte): 11

Alnus (Erle): 2

Fagus (Buche): 1


gezählt habe ich hier nur eine Auswahl von einheimischen Bäumen. Von weiteren Bäumen (z.B. Esche, Weide, Vogelbeere, Schwedische Mehlbeere, Birke, Ulme, Robinie, Scheinzypresse, Kiefer, Eibe  u.a.) gibt es zwischen 20 und 40 Individuen im Kiez. Die über 100 Obstbäume (vor allem Prunus-Kirsche/Plaume/Aprikose und Malus-Apfel)  habe ich gar nicht erst versucht zu zählen. Ich schätze, im Kiez stehen etwa 2000 Bäume. Die Zahl schwankt schon dadurch, das Viele den jährlichen Pflegearbeiten zum Opfer fallen - vor allem wenn sie noch klein und Wildwuchs sind.

Kiezspinne und Niedrigenergiehaus. Eingerahmt von Kirsche und Pappel. Dazwischen weitere Baumarten. 





Samstag, 25. August 2012

Laburnum anagyroides - Gewöhnlicher Goldregen (91)

Familie: LEGUMINOSAR     
Gattung: Laburnum

wie so häufig anzutreffen - schön aber hochgiftig. Was die Frage aufwirft, ob man bei allem besonders Schönem auch besonders vorsichtig sein soll.

Als Baum ziemlich klein, nämlich nicht einmal 10 m hoch. Die langgestielten Blätter sind 3-zählig gefiedert und wechselständig. Die einzelnen Fiedern messen in der Länge nicht ganz 10 cm. Gleiche Länge haben die braunen Hülsenfrücht. Die schönen gelben Blüten (welche wohl den deutschen Namen gaben) hängen in langen Trauben am Baum. 
Bilder dieser konnte ich beim Erstellen des Beitrages noch nicht einfügen. Das hole ich nun (22.05.2013) nach. Das sieht doch wirklich wunderschön aus. An solch Blütenpracht erkennen wir, das dieser Baum bei der Fortpflanzung auf die Dienstleistung von Insekten baut. 

Zwei der Bäumchen stehen unmittelbar gegenüber des Wein umrankten Bolzplatzes.



Donnerstag, 23. August 2012

Vitis vinifera - Echte Weinrebe (90)


Familie: VITACEAE
Gattung: Vitis

Eine der Stammarten des Gehölzes, welches uns als Kulturpflanze den Grundstoff für Weine liefert. Als Weinlieferant bei uns im Kiez nicht nutzbar. Aber geduldig Fußball spielende Kinder ertragend und sich dabei an den Schutzgittern um die schönen Bolzplätze windend und mit den Ranken festhaltend. So kann die Pflanze ziemlich große Höhen erreichen.
Die großen Blätter sind deutlich gezähnt und haben drei oder fünf Lappen.

Im übrigen: inzwischen befinden wir uns bereits an der Willhelm-Guddorf-Straße. Entlang dieser werden wir uns in westlicher Richtung hin zur Mauritius-Kirche bewegen.

Dienstag, 21. August 2012

Catalpa bignonioides - Trompetenbaum (89)

Familie: BIGNONIACEAE
Gattung: Catalpa


einer dieser Bäume mit den großen Blättern und langen Kapselfrüchten, welche wie die Bohnen am Baum hängen, wächst vor der Kita in der Schulze-Boysen-Straße 22-24. Also gegenüber den Pflaumenblättrigen Weißdorn. Zwei weitere hinter dem langen Block am Niedrigenergiehaus.

Die Blätter stehen gegenständig an langen Stielen und werden allgemein als "eiförmig" beschrieben - ich würde eher sagen, dass sie herzförmig sind. Wenn auch nicht so ausgeprägt wie bei der Linde. Zudem sind viele der Blätter dreifach gelappt.
Die Borke des Baumes ist längsrissig.



Parthenocissus inserta - Gewöhnliche Jungfernrebe (88)


Familie: VITACEAE
Gattung: Parthenocissus


nach dem Ausflug in das schöne östliche Erzgebirge und dem Gruß der Fichte, nun wieder kleinere Brötchen - präziser: kleinere Gehölze. Zur Tarnung der Müllbox eingesetzt ist an einem unserer Hochhäuser die gewöhnliche Jungfernrebe. Dieses Weinrebengewächs mit seinen 5-fingrigen Blätter stammt ursprünglich aus Nordamerika. Die für solche Klettersträucher typischen Haftscheiben, sind bei P. inserta nur schwach ausgeprägt. Am abgelichteten Exemplar habe ich keine entdecken können. Da an einem Gitterzaun wachsend, braucht die Pflanze das auch nicht. Die jetzt noch grünen Beerenfrüchte werden in der Reifezeit blauschwarz und sind leicht giftig. Allerdings nur für uns Menschen - für Vögel sind sie wertvolle Nahrung.

Sehr variabel ist die Größe der Blätter, sie sind so groß wie eine Hand. Beginnend bei der Größer einer Säuglingshand bis hin zur Pranke mancher Männer.


Montag, 20. August 2012

Gruß aus dem Erzgebirge

am vergangenen Wochenende war ich zu Gast im Land der Fichte - dem Erzgebirge. Von dort einen Gruß einer großen und auch schön gewachsenen Fichte an meine Kiezfichte.

Keine der Superfichten aus der Brettelle. Aber in 1,30 m Höhe ebenfalls 3 m Durchmesser und reichlich 30 m hoch. Also in etwa wie die 11 geschossigen P2.


Freitag, 17. August 2012

Crataegus prunifolia (Crataegus crus-galli) - Pflaumenblättriger Weißdorn (87)

Familie: ROSACEAE
Gattung: Crataegus


Wenn vom Weißdorn gesprochen wird, hat man zumeist die einheimischen und weit verbreiteten eingriffligen und zweigriffligen Vertreter. Es gibt selbstverständlich viel, viel mehr von diesen liebenswerten Bäumen. Wikipedia spricht von 200 - 300! Der Crataegus liebt es auch sehr, mit anderen Crataegen Nachkommen zu schaffen, welche dann wieder ein wenig anders sind.

Bei uns im Kiez wächst auch eine beliebte Gartenform von Crataegus. Es ist der pflaumenblättrige Weißdorn oder auch Crataegus crus-galli (Hahnensporn-Weißdorn). Dessen ovale Blätter sind doppelt gesägt und lederartig. Auf der Oberseite schön dunkelgrün gefärbt. Die Dorne sind sehr stark ausgeprägt. 

Diese schönen Bäumchen entdecken wir, wenn wir unseren Weg von der Fichte auch fortsetzen, die John-Sieg-Straße überqueren und durch den Durchgang des hier stehenden langen Häuserblocks zur Abzweigung der Schulze-Boysen-Straße gelangen. Dort stehen sie vis-a-vis der beiden Kindereinrichtungen deren Rückseite wir im zweiten "Gestern-und-heute-Beitrag" sehen. Eines der Häuser beherbergt die katholische Grundschule St. Mauritius.

Die Bäume sollen eine besonders schöne Herbstfärbung haben. Darüber wird bald zu berichten sein.

Mittwoch, 15. August 2012

Picea abies - Gemeine Fichte (86)

Familie: PINACEAE
Gattung: Picea

der Brotbaum der Forstwirtschaft. Fichten sind der Wirtschaftsbaum in Deutschland. Eine Fichte kann älter als 500 Jahre werden. Im Forst ist ihr Leben aber spätestens nach 100 Jahren zu Ende. Ihr "Pech" besteht darin, dass sie schnell wächst und bereits nach 80 - 100 Jahren so stark ist, das es ökonomisch lohnt sie zu fällen. Deshalb wurde und wird sie in großen Reinbeständen angepflanzt. So in Reih und Glied sieht das nicht nur unschön aus, sondern ist bei Befall mit Forstschädlingen tödlich für ganze Legionen von Fichten. Gemeint mit den Forstschädlingen sind hiermit nicht die Menschen, mit ihrem hohen Holzverbrauch oder der für die Natur schädlichen Industrie, sondern vor allem Käfer, welche als Teilnehmer im ökologische  Kreislauf des Waldes dabei Schäden an Bäumen hervorrufen.
Als Baum bietet die Fichte mit ihrem kegeligem Habitus und den hängenden Zweigen einen schönen Anblick, als Weihnachtsbaum wird "unter" ihm "oh Tannenbaum" gesungen. Im Gegensatz zur Tanne, hat die Fichte harte, spitze, stechende Nadeln. Wenn man eine Nadel abreißt, bleibt ein Stück Rinde des Zweiges an ihr hängen, während bei der Tanne die Nadeln mit einem ovalen Fuß auf dem Zweig aufsitzen und sich ohne Abreissung entfernen lassen. An den Fichten hängen die Zapfen, welche an Tannen aufrecht stehen und sich am Baum auflösen. Also wenn ich unter einer "Tanne" herabgefallene Zapfen finde ist diese Tanne wohl eine Fichte (oder Douglasie) - jedenfalls keine Tanne. Einig sind sich Tanne und Fichte darin, ihre Blätter auch im Winter zu behalten.
Eine Gemeine Fichte kann über 50 Meter hoch werden und einen Stammumfang von 5 Metern erreichen. Die vermutlich größe Fichte in Deutschland, steht im Kirnitzschtal in der Sächsischen Schweiz und ist bei über 5 Meter Stammdurchmesser etwa 60 Meter hoch. "Meine" größten Fichten befinden sich in der Brettelle bei Holzhau und sind mehr als 3 m im Umfang und immerhin 50 m hoch.





Die Fichten bei mir im Kiez können sich damit nicht messen. Da sie jedoch frei stehen, haben sie einen besonders schönen Habitus.
Außerdem sind sie noch jung (so etwa 25). Sie sind ca 10 m hoch und mit einem BHU von ca. 50 cm ausgesprochen schlank.




Dienstag, 14. August 2012

Symphoricarpos albus - Gewöhnliche Schneebeere (85)

Familie CAPRIFOLIACEAE
Gattung: Symphoricarpos

jedem Kind ist dieser etwa 2 m hoch werdende Strauch, mit seinen Erbsen großen, weißen Früchten, welche häufig in kleinen Trauben stehen, bekannt. Vor einigen Jahren wurde er auch durch einen Rechtsstreit und das moderne deutsche Liedgut zum Medienstar. Zwei Stichworte: Moschendrohtzaun, Knallerbsenstrauch. Entsprechend seiner Bedeutung hat er sich auch im Kiez angesiedelt und steht in Sichtweite der bereits geschilderten Gleditschie und der für die deutsche Forst- und Weihnachtswirtschaft wichtigen Fichte - welche wenigstens zu Weihnachten ebenfalls Medienstar ist.

Die ovalen Blätter stehen kurz gestielt und gegenständig. Lang und breit wie eine Streichholzschachtel. Wer so ein Relikt nicht mehr kennt. Die klassische Schachtel Riesaer Zündwaren ist 5 cm lang und 3,5 cm breit. Die Zweige des Strauches sind sehr dünn. Das was wir als Knallerbse bezeichnen und Beeren artig aussieht, ist in Wirklichkeit eine Steinfrucht.

Kaum zu glauben: mit den Knallerbsen konnte meine Urgroßmutter möglicherweise in ihrere Kindheit nicht geärgert werden. Jedenfalls sagt mir eine Quelle, dass der Strauch erst Anfang des 20.Jahrhunderts in Europa eingeführt wurde. Andere Quellen legen diesen Termin auf die Mitte des 19.Jahrhunderts. wie dem auch sei - Symphoricarpos albus stammt eigentlich aus Nordamerika. Wikipedia berichtet, Indianer hätten die Früchte auch zur Haarwäsche benutzt. Sollte das mal jemand testen wollen, kann er über die Erfolge ja einmal berichten.


Montag, 13. August 2012

Rosa canina - Hunds-Rose (84)


Familie: ROSACEAE
Gattung: Rosa


eine weitere Rose soll uns das Dendrarium verschönern. Diese wächst als Strauch höher als bei der bereits vorgestellten Kartoffel-Rose. Nämlich bis zu 3 Metern. Auch sind die Hagebutten Früchten eleganter und schlanker. Sie haben die Form eines Eies von etwas über 2 cm Länge und keinen Kelch. Die 5 - 7 Fiederblätter des Blattes sind etwa  4 cm lang und kahl. Die Unterseite ist heller, als die dunkelgrüne Oberseite der Blätter. Hierzulande eine der am häufigsten anzutreffenden Rosenarten. Sie zeigt auch, dass Sträucher sehr alt werden können. Im Lexikon der Baum- und Straucharten (Schütt, Schuck, Stimm) las ich, dass einige Exemplare auf 300 Jahre geschätzt werden. Die Blüte ist mit etwa 5 cm im Durchmesser ziemlich groß. Beim vorgestelltem Exemplar in unschuldigem weiß und in Rosa. Beides entspricht der üblichen Farbpalette.





Samstag, 11. August 2012

Clematis vitalba - Gemeine Waldrebe (83)

Familie: RANUNCULACEAE
Gattung: Clematis



Eine Familie, welche wir bislang noch nicht hatten: Hahnenfußartige. Die Gemeine Waldrebe ist eine Liane. Lianen sind ansonsten hierzulande recht selten. Sie klettern mit Ranken auf  Wirtspflanzen in die Höhe und können diese dadurch sogar nachhaltig schädigen. So ist das in der Natur - des einen Freud, ist des anderen Leid. Der Buche machen wir das Abschatten auch nicht zum Vorwurf. Die Kletterhöhe von Clematis vitalba kann (so steht es in einem Buch geschrieben) bis zu 30 m erreichen, also mehr als Efeu mit seiner Klettertechnik schafft. Allerdings las ich auch Höhenangaben von 10 und 15 m, was unter den Efeu Leistungen liegt.







Die Blätter sind unpaarig gefiedert und gegenständig. An einem Streichholzlangem Stiel stehen die Fiedern ziemlich vereinzelt, weil in großem Abstand.
Interessant sehen die Früchte aus, sind die kleinen Nüsse doch wie mit einer Feder geschmückt.

Freitag, 10. August 2012

Liste der Familien und Gattungen

1. Nacktsamer (Gymnospermae)

CUPRESSACEAE......Chamaecyparis, Cupressocyparis, Juniperus (3), Thuja

PINACEAE.....Abies, Larix, Picea (3), Pinus (6), Pseudotsuga, Tsuga

TAXACEAE ......Taxus


2. Bedecktsamer (Angiospermaee)


ACERACEAE......Acer (7)


ANACARDIACEAE.....Cotinus

APOCYNACEAE.....Vinca

AQUIFOLIACEAE......Ilex

ARALICEAE......Hedera


ASTEACEAE.....Leucophyta

BERBERIDACEAE......Berberis (2), Mahonia

BETULACEAE.......Alnus, Betula (3), Carpinus, Corylus (2)

BIGNONIACEAE......Catalpa

BUDDLEJACEAE......Buddleja

BUXACEAE......Buxus

CANNABACEAE......Humulus

CAPRIFOLIACEAE......Kolkwitza, Lonicera (3), Sambucus, Symphoricarpos, Viburnum (4), Weigelia

CELASTRACEAE......Euonymus (2)

CORNACEAE......Cornus (3)

ELAEAGNACEAE......Elaeagnus (2), Hippophae

ERICACEAE......Rhododendron, Calluna


FABACEAE.....Cytisus

FAGACEAE......Castanea, Fagus, Quercus (3)


GROSSULAREACEAE.....Ribes (3)

HAMAMELIDACEAE.....Hamamelis

HIPPOCASTANACEAE......Aesculus (2)

JUGLANDACEAE......Juglans (2)

LEGUMINOSAE......Amorpha, Colutea, Gleditsia, Laburnum, Robinia (2), Sophora, Wisteria


MALVACEAE.....Hibiscus

OLEACEAE......Forsythia, Fraxinus, Jasminum, Ligustrum, Syringa

PLATANACEAE......Platanus

RANUNKULAEAE......Clematis


RHAMNACEAE.....Ceanothus

ROSACEAE......Amelanchier, Cotoneaster (3), Crataegus (3), Dasiphora, Kerria, Malus (3), Physocarpus, Prunus (11), Pyracantha, Rhodotypos, Rosa (2), Rubus, Sorbus (3), Spiraea (3)

RUTACEAE......Ptelea

SALICACEAE......Populus (8), Salix (5)

SAXIFRAGACEAE......Deutzia, Philadelphus

SIMAROUBACEAE......Ailanthus


SOLANACEAE.....Lycium

TAMARICACEAE......Tamarix

TILIACEAE......Tilia (5)

ULMACEAE......Ulmus

VISCACEAE......Viscum

VITACEAE......Parthenocissus (2), Vitis


der Stand der Beiträge entspricht nicht denen der Liste. Diese ist immer ein wenig voraus.

Malus domestica - Kultur-Apfel (82)

Familie: ROSACEAE
Gattung: Malus


Damit mir keiner den Vorwurf macht, ich würde die Kleinen bevorzugen - was schon rein statistisch nicht stimmt, sind doch von den bisherigen etwa 80 Gehölzen 3/4 Bäume, kommt jetzt wieder ein Baum. Dieser steht am Weg, welchen ich regelmäßig zum momentan betrachteten Teil meines Dendrariums rund um die Kaufhalle gehe. Aber auch wenn ich zur U-Bahn oder, an schönen Tagen, auf dem Weg zur Arbeit bis zur S-Bahn laufe, komme ich hier vorbei. Er steht nämlich nur ein wenig außerhalb des Spielplatzgeländes vor dem Hause.

Viel muss man zum Apfel nicht erklären, die Frucht kennt ein Jeder. Apfelbäume sind nicht allzu groß, das erleichtert uns die Ernte der Früchte. Nur etwa 10 - 15 m wird er hoch mit seinen abstehenden und auch nach oben ragenden Ästen. Der Stamm kann im Laufe der Zeit ziemlich dick werden. Goldmarie schüttelte im Märchen von Frau Holle offensichtlich einen jungen Baum. Das Holz des Apfelbaumes gilt als wertvoll. Es ist hart und findet zum Beispiel bei der Herstellung von Spielzeug Anwendung  Die Blätter von Malus domestica sind wechselständig und von ovaler Form. Sie laufen in einer Spitze aus, sind fein gezähnt und unterseits behaart. Die Spreite ist etwa eine Handbreit lang und halb so breit.

Für mich ist der Apfel so etwas wie ein Hauptnahrungsmittel. Ich liege mit Gewissheit deutlich über dem Durchschnittsverbrauch. Täglich wenigstens ein Apfel ist die Norm.

Donnerstag, 9. August 2012

Rosa rugosa - Kartoffel-Rose (81)

Familie: ROSACEAE
Gattung: Rosa



der aufmerksame Leser wird es schon bemerkt haben - die Familie ROSACEA beherrscht das Terrain. Etwa 10 der im Kiez vorkommenden Gattungen, gehören dieser großen Familie an. Die Mehrzahl der einheimischen Obstsorten sind Rosengewächse. Hier kann man nicht nur Apfel mit Birnen vergleichen, sondern muss es gar, wie auch Kirsche und Pflaume, Pfirsich, Brombeere und Himbeere gehören sie zu dieser großen Familie mit den 5-blättrigen Blüten. Diese sind so etwas wie die natürliche Urform des Pentagrammes.













Daher nun endlich auch eine Pflanze, welcher dieser Familie den Namen gab, obwohl eher klein. Klein aber oho, möchte man sagen.

Rosen Pentagramm
Die Rose gilt als die Königin der Blumen, sie schenkt man Menschen, welche man sehr liebt, sie sind daher auch die typische Blume für de Hochzeitsstrauß. Rosen erkennen wir auch ohne Blüten an ihren vielen Stacheln - auch wenn der Schlager und das Märchen von Dornröschen behaupten, es wären Dornen, den (unpaarig) gefiederten Blättern und ihren auffälligen Früchten, den Hagebutten. Diese sind absolute Spitzenreiter beim Vitamin C Gehalt und können mit exotischen Früchten durchaus mithalten. 100 Gramm Hagebutte enthalten 1200 mg des Vitamins. Zum Vergleich: die Weltrekordler aus Brasilien (Camu-Camu) oder Australien (Buschpflaume) enthalten 2000 bis über 3000 mg Vitamin C, Sanddorn immerhin 450 mg, Zitrone 50 und Spitzenäpfel 20 mg.
Die Kartoffel-Rose stammt ursprünglich aus Japan und Korea. Die Oberseite der runzligen Blätter ist glänzend dunkelgrün.

die Blüte in drei Phasen und zwei Farbvarianten

Mittwoch, 8. August 2012

Pyracantha coccinea - Feuerdorn (80)

Familie: ROSACEAE
Gattung: Pyrancantha



auch bei uns im Kiez ist dieser, durch seine auffällig roten, erbsengroßen Apfelfrüchte ins Blickfeld geratende Strauch sehr oft anzutreffen. Die Früchte stehen in große Trauben, was sie noch stärker hervorhebt. Die Äste des bis 3 Meter hohen Strauches stehen sparrig ab. An den Kurztrieben, zwischen den Blätter stehen spitze Dornen, welche etwa 2 cm lang sein können. Die Blätter fühlen sich ledrig an und sind an der Oberseite glänzend dunkelgrün, unterseits in einem hellen Graugrün gehalten. Die 2 bis 4 cm lange Spreite der Blätter ist von ovaler, fast lanzlettlicher Form und gesägt. Sie stehen an kurzen Stielen wechselständig und in Büscheln. Seine eigentliche Heimat ist der südeuropäische Raum bis hin nach Asien.
Besonders die Vögel schätzen diesen Strauch wegen seiner praktischen Eigenschaften. Er liefert auch im Winter noch Futter und die Dornen bieten Schutz vor, beim Fressen störenden Katzen und anderen kleinen Räubern. Uns Menschen gefällt, oberflächlich wie wir sind, vor allem die Optik.

Dienstag, 7. August 2012

der Baum vor dem Haus

in unserem sehr grünen Kiez, haben viele Mieter "ihren" Baum direkt vor dem Fenster. Ahorn, Götterbaum oder Eschen reichen jetzt bereits bis an die 6. oder 7. Etage der 11 geschossigen P2-Bauten. Manch Pappel hat es bereits bis in die 11te geschafft. Das hat manchen Effekt - positive und von uns negativ empfundene. Sie schatten unsere Räume manchmal mehr vom Tageslicht ab, als uns lieb ist - spenden dadurch jedoch auch Schatten vor der allzu starken Sonne im Sommer. Durch solch einen Baum gelangt dann und wann auch mal ein Tier in unsere vier Wände, das lieber an der Natur geblieben wäre.
Insgesamt sollten wir das jedoch als positiv betrachten. Die Bäume sind es, welche und den Sauerstoff zum Atmen geben, nicht die Industrie, welche all die schönen Dinge produziert, die uns das Leben angenehm machen. Das Leben überhaupt ermöglichen uns die Bäume. Dazu gehört auch der Baum, welcher uns manchmal stört. Durch ihren Anteil am Wasserkreislauf  geben sie uns nicht nur die Luft zum Atmen, sondern auch das Wasser um nicht zu verdursten.
Daher sollten wir lieber einmal mehr auch an diese Tatsachen denken, bevor wir laut nach der Beseitigung eines Baumes rufen. Durch unser modernes Leben, ständig neue Möbel und das weiche Toilettenpappier (dieses besteht häufig nicht aus wieder aufbereitetem Altpapier und ist auf jeden Fall nicht mehr zu recyclen) beseitigen wir nämlich schon viel zu Viele der lebenserhaltenden Bäume. Inzwischen wird Holz sogar wieder in großem Umfang zum Heizen benutzt.
Im übrigen wirken unsere Kiezbäume auch in weiteren Dingen unmittelbar auf uns: sie sind Klimaanlage und Feinstaubfilter.
Das sagt übrigens die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt zum Thema: Leistung eines Baumes.

Montag, 6. August 2012

Gleditsia triacanthos - Gleditschie (79)

Familie: LEGUMINOSAE
Gattung: Gleditsia



dieser sehr interessante Baum wächst in mehreren Exemplaren am Verbindungsweg welcher hinter dem "Steinhaus" (Jugend-Club) zur John-Sieg-Straße führt. Er ist ein Gast aus Nordamerika und fühlt sich offensichtlich wie häufig Nordamerikaner sehr wohl bei uns. So stellt er in der Ruschestraße (außerhalb des Kiezes) viele der Straßenbäume. Gleditschien können eine stattliche Höhe von 40 m erreichen. Sie sind schlank und licht. Ihre Blätter sind wechselständig und gefiedert die einzelnen ovalen Fieder sind unter einen cm breit und messen um die 2-3 cm in der Länge. An einem Gleditschien-Blatt befinden sich 1 bis 2 dutzend Fiedern. Die Blätter können gar doppelt gefiedert sein - d.h. die Fiedern sind wieder gefiedert wie bei Akazien. Das besonders auffallende an Gleditsia sind jedoch die starken Dornen am Stamm und an den Zweigen welche sehr lang werden können und oft, besonders am Stamm in Büscheln stehen. man muss das einfach gesehen haben. Daraus erklärt sich auch eine der deutschen Bezeichnungen: Christdorn.





Nach der letzten Baumpflege sieht einer der Christdorne nun wie im nebenstehenden Foto aus:  

Sonntag, 5. August 2012

Salix caprea - Sal-Weide (78)

Familie: SALICACEAE
Gattung: Salix

mein Weg durch den Kiez führt mich auf botanischen Erkundungen nach wie vor in Richtung Kaufhallenplatz. Dabei komme ich stets an einem unscheinbaren Strauch vorbei, welche offenbar nicht zu den angepflanzten Ziersträuchern gehört. Es ist eine kleine Weide. Ich halte sie für eine Sal-Weide. Bei Weiden ist es für mich als Nicht-Botaniker immer recht schwierig zu bestimmen welche Weide es genau ist, zumal diese Freunde den Hang zum fremdgehen mit anderen Weiden haben. Wie schon bei der Grau-Weide, werde ich das im Auge behalten. Jedenfalls haben die Blätter von der Größe und Form her die Eigenschaft der Sal-Weide. Der Stiel ist etwa 2 cm lang und die Spreite ist bis zu über 10 cm lang und 6 cm breit. Auch die Rinde zeigt (wenigstens in Ansätzen) die rautenförmigen Aufbrüche. Apropos Rinde. Weidenrinde ist bereits seit langer Zeit als ein, den Schmerz linderndes Mittel bekannt. Die Wirkung beruht auf darin enthaltenes Salicin. Der menschliche Körper spaltet nach Verzehr dieses im Darm zu Salicilalkohol und Glukose auf. Und die Leber macht daraus Salicylsäure. Und dieser Name ist uns sicher bekannt als Acetylsalicysäure aus Medikamenten.






Salix caprea kann ein Baum mit 10 m Höhe werden.


Samstag, 4. August 2012

Gestern und heute - zum Zweiten

Ausschnitt aus einer Ansichtskarte des Verlages BILD UND HEIMAT - REICHENBACH (VOGTL) Foto: Kampmann, Berlin
die Vergangenheit lässt sich nicht zurückholen. Das mögen wir häufig bedauern und manchmal erfreut zur Kenntnis nehmen. In Bezug auf die Begrünung im Kiez überwiegt bei  mir auf jeden Fall die Freude. Bedauerlich ist nur, dass ich noch nicht so lange hier lebe um das Wachsen dieser Bäume bewusst erlebt zu haben. Auf der bereits als Vergleich herangezogenen 30 Jahre alten Ansichtskarte ist ein weiteres Bild unseres Wohngebietes zu sehen. Es zeigt einen Blick von der Schulze-Boysen Straße in Richtung der Mauritiuskirche. Jene ist wohl das, nach den Resten der Eckertschen Landmaschinenfabrik am anderen Ende des Kiezes älteste Gebäude im Revier.
Eine Verbindung zwischen Schulze-Boysen und der Mauritiuskirche besteht nicht nur optisch auf den Fotos. Geschichtlich besteht sie darin, das Domprobst Bernhard Lichtenberg, ebenso wie die Schulze-Boysens aktiv Widerstand im Dritten Reich leistete. Bernhard Lichtenberg war an der damals ganz neuen (2012 jährt sich zum 120ten mal die Einweihung) St. Mauritius von 1900 bis 1902 Kaplan. Eine Gedenktafel erinnert daran - wie übrigens auch eine Tafel am Pfarrhaus von St. Marien in der Karlshorster Gundelfinger Straße, an welcher mich Anfang der 60er Jahre oft mein Heimweg von der Schule vorbei führte.

Aus der alten Perspektive kann ich heutzutage gar nicht mehr fotografieren - jedenfalls nicht um ein sinnvolles Vergleichsbild zu erhalten. Der Fotograf befand sich damals vermutlich auf dem Dach des alten Wohnhauses in der Schulze-Boysen Straße. Man sieht es angeschnitten auf meinem aktuellen Foto. Würde man von dort in Richtung St. Mauritius fotografieren, sähe man lediglich Blätter. Es ist tatsächlich beeindruckend wie hoch die Bäume geworden sind. manche haben fast die Größe der über 30 Meter hohen 11-Etagen Häuser.

Freitag, 3. August 2012

Viburnum rhytidophyllum - Runzelblättriger Schneeball (77)


Familie: CAPRIFOLIACEAE
Gattung: Viburnum


Dieser beeindruckende chinesische Verwandte unseres wolligen Schneeballs, steht hier vor vielen Häusern. Er zeigt auch im Winter seine runzligen oberseits grünen Blätter. Diese sind zum zum Teil gewaltig groß und erreichen deutlich über 20 cm Spreitenlänge. Demgegenüber sind sie 1/5 bis 1/4 ihrer Länge breit, was ihnen die markante lanzlettliche Form verleiht. An ihrer Unterseite sind die gegenständigen Blätter grau bis bräunlich uns sehr stark verfilzt. Auch die Stiele und gar die Zweige sind so behaart. Der Blattrand ist glatt, kann auch leicht gezähnt sein.
Der Strauch kann bis 4 m hoch und doppelt so breit werden und zeigt sich dominant zwischen anderen Sträuchern.  Die erst roten und in der Reife schwarzen eiförmigen Früchte sind giftig.

Donnerstag, 2. August 2012

Rhodotypos scandens - Schein-kerrie (76)

Familie: ROSACEAE
Gattung: Rhodotypos

Wieder mal ein Gast aus Asien. Auffällig die am zweigende sitzenden Früchte, welche auf mich wie frisch geröstete Kaffeebohnen wirken und auch deren Größe haben. Reif werden sie glänzend schwarz. Zuvor sind sie braun wie Schokolade. Die Blätter sind kurz gestielt, ihre Spreite ist etwa 8 cm lang, am Rand gesägt und läuft spitz aus.Dabei stehen sich die Blätter gegenüber.
Die weißen Blüten haben 4 Blütenblätter.





Mittwoch, 1. August 2012

Sorbus aucuparia - Eberesche (75)

Familie: ROSACAE
Gattung: Sorbus

"der" Erzgebirgsbaum und dort als der Vugelbeerbaam besungen. Klein, elastisch, genügsam und zuverlässig. Nur 15 m hoch und auch nicht sehr stark im Stamm werdend. Wie ein Erzgebirgler werden sie etwa 100 Jahre alt. Ich habe aber schon die Nachkommen in alten Stämmen wachsen sehen. Sie halten also auch die Tradition. Die Blätter sind unpaarig gefiedert und stehen wechselständig. So ein Blatt verfügt über 9 bis 17 Fieder - zumeist sind es 5 -7 Paare und ein Endfieder. Die einzelnen Fieder messen bis 8 cm Länge und sind gesägt.

Die Borke bleibt sehr lange glatt und wird im Alter längsrissig. Der Baum im Bild trägt nur ganz wenige Früchte und das Rote in der Mitte, ist auch nur der durchscheinende Hauseingang.

Die in Trauben stehenden korallenroten Früchte sind ein wahrer Vitamincocktail und enthalten sehr viel Vitamin C. Sie werden gern von Vögeln gefressen, welche die Eberesche nach Darmpassage auch verbreiten. Der Name rührt wohl davon her. Auch für den Menschen sind die Früchte gesund, wenn auch nicht sehr wohlschmeckend. Sie löschen durch den säuerlichen geschmack den Durst (aber nicht zu viel essen). Ihr Geschmack erinnert mich ein wenig an die Ascorbin Vitaminpillen. Am besten schmecken sie gekocht als Brotaufstrich und zubereitet als Vogelbeerlikör.








Nach nordischer Mythologie wurde aus der Eberesche die erste Frau geschaffen. Und Gott Thor soll sie das Leben gerettet haben. Ich glaub das stimmt. Und wenn wir schon in dieser Richtung unterwegs sind: Eberesche ist neben der Weide das Material für Wünschelruten.

Baum im Baum. Aufgenommen auf dem Osterzgebirgskamm zwischen Holzhau und Moldava